Ein Biersommelier war wohl nicht dabei. Aber diesen Titel brauchen echte Bierkenner auch nicht. Sie verstehen es wohl, die Feinheiten der verschiedenen Biere herauszuschmecken.
Am Samstag bot sich dafür die beste Gelegenheit: Der Kellerbergverein hatte anlässlich des "Tags des Bieres", der am 23. April gefeiert wird, auf den Petersbeckskeller eingeladen.


Erster Sud aus Museumsbrauerei

Natürlich schenkte der Verein Selbstgebrautes aus: Den ersten Sud, der in der neu eingerichteten Museumsbrauerei gebraut wurde. Es war die Feuertaufe für das kleine Brauhaus, das im Sommer eingeweiht werden soll. "Es hat funktioniert", freuten sich Vereinsvorsitzender Karsten Wiese und Bernd Guthruf. Herausgekommen sind 165 Liter köstliches "Museumsmärzen". Anfang des Jahres gebraut, musste es einige Wochen lagern, bevor es am Samstag durstige Kehlen erfrischen konnte.


Große Biervielfalt

Aber nicht nur diesen schmackhaften Tropfen gab es zu verkosten: Um die Vielfalt fränkischer Brauerzeugnisse unter Beweis zu stellen, hatte der Kellerbergverein weitere Hobbybrauer eingeladen. So konnte Gerstensaft der Höchstadter Guebes-Bräu versucht werden. Bernd Guthruf, Martin Uebel und Klaus Bessler haben der Braugruppe ihren Namen gegeben. Ihre hausgemachten Erzeugnisse stellten außerdem die Lortzing-Bräu aus Herzogenaurach, die Walz-Bräu aus Weisendorf und Jan Müller aus Breitenlohe vor. Auch Kellerbergmitglied Peter Roß kredenzte sein eigenes Bier. Und dann gab es noch eine Gemeinschaftsproduktion des Kellerbergvereins und des "Vereins zur Förderung der Fränkischen Braukultur". Dazu war eine Abordnung aus Höchstadt eigens nach Junkersdorf in die Hassberge gefahren, um im dortigen Brauhaus ein Schwarzbier zu brauen. "Es ist super geworden mit einer leicht rauchigen Note", schwärmt Karsten Wiese.

Auch Bierkönigin Dorothea Ruß nutzte die Gelegenheit, um sich in Sachen Biervielfalt weiterzubilden.

Zum Bier wurden fränkische Spezialitäten angeboten. Die Kalorien konnten sogleich sportlich wieder abgearbeitet werden: Mit "Fünfmal in die Vollen" beim Kegeln auf der historischen Kegelbahn. Wer dabei in der Summe mindestens 21 Kegel warf, durfte sich ein Getränk gratis abholen.


Dauerthema "Tempo 30"

Ein unbeschwerter Frühlingstag auf dem traditionsreichen Keller also? Ja, wäre da nicht ein Anliegen, das Vorsitzendem Karsten Wiese als Dauerthema auf der Seele liegt. Der Verein wünscht sich Tempo 30 für den Kellerberg. Was bei Veranstaltungen mit großem Andrang nachvollziehbar ist. Um dem Wunsch Nachdruck zu verleihen, haben Kellerbergverein und Gymnasium gemeinsam rund 1000 Unterstützerunterschriften gesammelt. Auch Bürgermeister Gerald Brehm unterstütze das Anliegen der Kellerbergfreunde, berichtete Wiese. Die Stadt habe jedoch keine Entscheidungsgewalt, da es sich um eine Staatsstraße handelt. Im März wurden die Unterschriften daher Landrat Alexander Tritthart persönlich übergeben. Er wolle das Begehren aus Höchstadt "wohlwollend prüfen", berichtet Karsten Wiese, der bislang noch auf Antwort wartet.