Etwas ungewohnt war es schon, gab Gerd Engert zu. Trotzdem haben die Narren den Weg durch die Würzburger Straße ins "neue" Rathaus problemlos gefunden. Dort übergab der Vorsitzende des Karnevalsclubs Herzogenaurach (KCH) mit Aktiven und Elferräten am Aschermittwoch um 11.11 Uhr symbolisch den Rathausschlüssel.

Der ja eigentlich der falsche ist. Denn erobert hatte man ihn ja noch im Rathaus am Marktplatz. Da kann er doch nicht in die neuen Schlösser passen, sinnierten die KCH-ler auf dem Weg zur Machtübergabe. Das muss er auch gar nicht, erklärte Bürgermeister German Hacker schlagkräftig. Denn der Schlüssel passt in den Tresor, "und den haben wir mit umgezogen".

Nach 116 Tagen "Regentschaft" haben die Narren des KCH die in diesem Jahr sehr lange närrische Zeit beendet. Es sei eine tolle Session gewesen, sagte Vorsitzender Engert, mit gelungenen Prunksitzungen. Das bescheinigte auch der Bürgermeister gern.

Waschen an der Aurach

Traditionsgemäß wurden danach die Geldbeutel ausgewaschen. Auch dafür musste man einen neuen Platz rund ums Interimsrathaus suchen. Das war für Hacker kein Problem, zumal die Aurach direkt nebenan vorbei fließt. Also nutzte man diese Gegebenheit. Direkt ans Ufer indes wagten sie sich nicht, stattdessen wurde ein Eimer vom Steg herabgelassen. Für den symbolischen Akt reichte das.

Etwas spitzbübig freute sich Bürgermeister Hacker schon auf den kommenden 11.11. im Sitzungssaal des Interimsrathauses. Denn "hier gibt's unendlich Verstecke", sagte er. So darf man sich also jetzt schon darauf freuen, wie der Bürgermeister den Narren das Regieren in der nächsten närrischen Zeit schwer machen will.