Den Wocheneinkauf, Drogerieartikel, ein neues T-Shirt und danach noch ein Hörnchen beim Bäcker: Das Einkaufszentrum im Höchstadter Süden soll das alles bieten. Auf einem Fleck, mit großem Parkplatz vor der Tür.
Ein Investor möchte die Gebäude auf dem Areal am Ortseingang, östlich der Fortuna Kulturfabrik, abreißen lassen. Kernstück soll dann der Edeka-Lebensmittelmarkt mit 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche werden, der vom Greiendorfer Weg wegziehen wird. Außerdem geplant sind eine Bäckerei mit Cafe, ein Rossmann-Drogeriemarkt und ein Textilmarkt (beide je 1000 Quadratmeter). Wenn das Genehmigungsverfahren durch ist, soll im Frühjahr 2015 eröffnet werden

Stadtrat befürwortet die Planung

Am Montagabend hat sich erneut der Stadtrat mit dem Bauvorhaben an der B470 beschäftigt und Details zum geplanten Nahversorgungszentrum diskutiert. Zwar äußerte sich mit 20 zu drei Stimmen die überwiegende Mehrzahl der Stadträte positiv zum Bebauungsplan. Es waren aber auch skeptische Töne zu vernehmen.

Leiden Läden in der Innenstadt?

Die Hauptsorge: Die Innenstadt könnte durch das neue Einkaufszentrum abgewertet werden. Bedenken trug unter anderem Georg Schockel (CSU) vor. Er frage sich, ob in Höchstadt tatsächlich Bedarf für eine Drogerie bestehe, die um die 13 000 Käufer binden soll. Er stützte sich dabei auf die Einschätzung des Gewerbeverbands Bayern von 2013. Der ging von einer zulässigen Kaufkraftbindung von maximal 4500 Personen aus.
Bürgermeister Gerald Brehm (JL) wies auf den geschlossenen Schlecker-Markt hin und betonte, dass neben den Einwohnern Höchstadts auch das Umland nicht zu vernachlässigen sei: "Höchstadt hat ein Einzugspotenzial von 40 000 Personen."

Edeka bekommt neuen Standort

Beim Lebensmittelmarkt gehe es zudem nicht darum ein Überangebot zu schaffen, sondern "lediglich um die Verlagerung und Modernisierung des bestehenden Edeka-Marktes an einen neuen Standort". Die Anbindung des neuen Einkaufszentrums an den City-Bus werde die Frequenz der Einkaufenden aus dem Umland zudem erhöhen.
Hans-Walter Förtsch (CSU) äußerte Kritik am geplanten Textilmarkt: "In der Innenstadt gibt es Kleidungsgeschäfte. Eigentlich wollen wir doch die Innenstadt beleben."

"Schwarzmalerei der CSU"

Als "Schwarzmalerei der CSU" bezeichnete Paul Neudörfer (SPD) die Bedenken, der Einzelhandel im Zentrum Höchstadts würde durch das neue Einkaufszentrum gefährdet. Aus seiner Sicht drohe ohne attraktivere Einkaufsmöglichkeiten vielmehr der Stillstand. "Das Einkaufsverhalten der Menschen hat sich verändert", sagte Michael Ulbrich (JL).

Erinnert an Kaufland-Diskussion

Er fühle sich an die "Kaufland-Diskussion" vor ein paar Jahren erinnert. Damals wie heute sei es wichtig die Einkaufsfrequenz in Höchstadt zu erhöhen. Auch das Kaufland habe nicht zu verwaisten Läden in der Innenstadt geführt, wie viele befürchtet hätten, sagte Ulbrich.

Elektronische Etiketten

Dass der neue Supermarkt auf dem modernsten Stand sein wird, betont Thomas Hahner. Er ist Chef des jetzigen Edeka und wird auch den neuen Markt betreiben. Modernität bedeutet Digitalisierung: "Sicher ist, dass es elektronische Regal-Etiketten geben wird", sagt Hahner. Unsicher sei noch, was sich am Sortiment ändern könnte. Er habe von der Edeka-Zentrale noch keinen Grundriss bekommen und könne daher noch keine Details bekanntgeben. Was mit dem dann leer stehenden Edeka im Greiendorfer Weg geschieht, könne er nicht sagen. Eigentümer des Gebäudes ist eine Grundstücksgemeinschaft mit Sitz in Erlangen.