Günter Fleischmann ist sichtlich angetan. "Also mir gefällt's", sagt der Mitarbeiter des Kreisbauhofs, der die neuste technische Errungenschaft steuern darf. Auch der Rechnungsprüfungsausschuss sei "ganz baff" gewesen, ergänzt Bauhofleiter Jürgen Ertl. Wenn man sich das Gerät näher betrachtet und erklären lässt, dann wird die Begeisterung schnell verständlich.

Gemeint ist der neue Unimog U 500 mit Mähkombination. So nüchtern lautet die Bezeichnung eines mit Technik voll gestopften Fahrzeugs, das 300.000 Euro kostet und beim Mähen entlang der Kreisstraßen zum Einsatz kommt. Im Winter wird das Mähwerk abgebaut und das Fahrzeug steht für den Räum-und Streudienst zur Verfügung.

Landrat Eberhard Irlinger überzeugte sich mit Mitarbeitern gestern von der Leistung des Diesel-Unimogs, der ein Gesamtgewicht von 16 Tonnen hat, über sechs Zylinder mit 286 PS verfügt und der Abgasnorm Euro 5 entspricht. Das erläuterte Otto Hoyer von der Firma Unimog-Henne.

Doch auch der Landkreischef hatte seine Hausaufgabe gemacht und sich informiert. Das neue Fahrzeug, so verlas er eine Pressemitteilung, "hat eine bessere Gewichtsauslastung und Motorleistung". Die Mähkombination ist komplett vorne angebaut, so dass der Fahrer eine bessere Übersicht auf die beiden Anbaugeräte habe. Natürlich gibt es auch eine Rückfahrkamera und viel Komfort für den Fahrer. Denn laut Jürgen Ertl handelt es sich ja um einen vollwertigen Arbeitsplatz. Zur Ausstattung zählen ein Komfortfahrersitz, Klimaanlage, Wärmeschutzverglasung und ein verschiebbares Lenkrad.

Das erlaubt es Günter Fleischmann, rechts zu steuern, damit er den Straßengraben besser im Blick hat. Und wenn er die Arbeit beendet hat, kann er es nach links verschieben und "ganz normal" auf der Straße fahren. Die Pedale verschieben sich selbstverständlich mit dem Lenkrad.

Generell ist man laut Otto Hoyer auf die Sicherheit des Fahrers bedacht. So verfüge der Unimog über einen hydrostatischen Fahrantrieb, der stufenlos schaltet. Damit müsse nicht gekuppelt werden. Aber auch das Mähgerät ist hoch technisiert. Das erläuterte Karl Fleischer von der Firma Kompark. Dabei handelt es sich um eine Kombination von zwei Teilen. Das Frontmähgerät ist für die Randstreifen vorgesehen und verfügt über eine Tastautomatik. Das bedeutet, dass die Leitpfosten und Schutzplanken vollautomatisch erfasst werden. Dazu kommt ein Aufleger mit einer Reichweite von knapp acht Metern, den der Fahrer manuell bedient. Dieses Teil schwenkt er per Joystick dann beispielsweise über Verkehrsschilder hinweg. Das Gerät verfügt laut Fleischer außerdem über eine Tastronik im Mähkopf, die Unebenheiten weitgehend selbstständig ausgleicht.

Elf Jahre und rund 10.000 Betriebsstunden hatte das alte Mähauto des Kreisbauhofs auf dem Buckel, das jetzt als Fahrzeug ohne Mähwerk in der Gemeinde Marloffstein eingesetzt wird. Eine ebenso lange Zeit wird das neue Wunderwerk auch leisten müssen.