Für Peter Düthorn ist es eine Ehrensache, dass die Flurdenkmäler in und um Kosbach erhalten werden müssen. Schließlich leitet er den Arbeitskreis Kosbach im Heimat- und Geschichtsverein Erlangen und hat in den vergangenen 30 Jahren dafür gesorgt, dass 21 Martern erneuert oder restauriert wurden.
Um Schäden frühzeitig erkennen zu können, müssen die Martersäulen und Feldkreuze von Zeit zu Zeit gereinigt und von Moosen und Flechten befreit werden. In den vergangenen Tagen bekamen die so genannte Polstermarter vor dem Gasthof Polster und die "Weiße Marter" sowie das Feldkreuz von Lothar Strauch auf der Büchenbacher Höhe eine solche Verjüngungskur. Der Arbeitskreis und das Gebäudemanagement der Erlanger Stadtverwaltung hatten in die Wege geleitet, dass Restauratoren dem Bewuchs und dem Schmutz mit Heißdampf, Bürste und Spachtel zu Leibe rückten.

Fundament neu verfugt

Besonders das Fundament des Feldkreuzes wurde mit Wasserdampf und Wurzelbürste gereinigt. Denn hier hatten die Flechten, Moose und Algen ganze Arbeit geleistet, so dass die Fugen mit einem farblich abgestimmten Mörtel neu verfugt werden mussten.
Der Künstler Lothar Strauch wurde am 21. Dezember 1907 in Stuttgart geboren. Von 1924 bis 1928 nahm er in Berlin bei Willy Jäckel und Herbert Garbe Unterricht. Von 1928 bis 1932 studierte er bei Wilhelm Gerstel und lebte anschließend als freier Künstler in Berlin. 1937 erhielt er ein Jahresstipendium für die Villa Massimo in Rom. Von 1939 bis 1945 war er Soldat im Zweiten Weltkrieg und kam 1945 als Verwundeter in die Marie-Therese-Schule, die damals als Feldlazarett diente, nach Erlangen. Nach Kriegsende blieb er als freier Kunstschaffender in der Hugenottenstadt, da sein Berliner Atelier im Krieg zerstört wurde.
Das Feldkreuz hat im vorläufigen Werkverzeichnis die Nummer 46 erhalten (Stand: 1982). Im Werkverzeichnis von 1993 wird die Plastik als verschollen bezeichnet. Die Figur im gotischen Stil setzte bewusst die Tradition der Berliner Bildhauerschule fort. "Auf höchstem handwerklichem Niveau ist auch dieser Christuskorpus ausgeführt worden", heißt es im Werkverzeichnis. Charakteristikum der Berliner Schule war ein programmatisch vorgetragener Klassizismus, der nicht idealistisches Pathos, sondern Wirklichkeitstreue verlangte.