Neulich versuchte ein Kunde bei einem Höchstadter Bäcker mit einem der neuen Fünf-Euro-Scheine zu bezahlen. Verdutzt starrte die Verkäuferin die Banknote an, hielt sie mit beiden Händen in die Luft und unterzog sie einem prüfenden Blick. "Was ist denn das?", fragte die Dame irritiert. "Der neue Fünf-Euro-Schein", antwortete der Kunde wahrheitsgemäß. "Ehrlich? Das schaut ja aus wie Falschgeld", entgegnete die Verkäuferin.

Letztlich hat der Kunde doch sein belegtes Brötchen samt Wechselgeld bekommen. Der neue Geldschein verwirrt nicht nur Verkäufer, auch die meisten Automaten wissen spontan nichts damit anzufangen. Viele Menschen standen schon mit ihrem Parkticket hilflos vor dem Kassenautomaten oder waren nicht in der Lage, sich ein Zugticket am Bahnhof zu kaufen. Für die Automatenbetreiber heißt das: umrüsten.

Auch in Höchstadt - etwa in der Tiefgarage am Vogelseck - gibt es mit dem neuen Schein noch Probleme. "Der Auftrag zur Umrüstung ist an die zuständige Firma schon erteilt worden", sagt Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Allerdings hat man dort natürlich im Moment viel zu tun, weshalb man noch auf die Ausführung warte. Wer also derzeit in der Tiefgarage am Vogelseck parken möchte, sollte genug Kleingeld oder einen alten Fünfer einstecken haben.

Ähnliche Schwierigkeiten hatte der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg, wie dessen Pressesprecher Manfred Rupp berichtet. In Nürnberg, Fürth und Erlangen hat der VGN seine Automaten inzwischen umgerüstet. Nur bei 25 Geräten hat man auf diesen Schritt verzichtet, da sie bereits so alt sind, dass ein Softwareupdate nicht möglich ist. Man müsste die komplette Hardware austauschen - was pro Automat rund 3000 Euro kostet. Die betroffenen Fahrkartenautomaten nehmen den neuen Schein also nicht an, werden aber im Laufe des Jahres komplett ausgetauscht und durch neue ersetzt.

Neue Automaten kein Problem

"In Erlangen sind alle Automaten neuerer Bauart und konnten deshalb per Softwareupdate angepasst werden", sagt Rupp. Im Regionalverkehr gab es indes keine Probleme. Hier werden die Tickets ohnehin beim Busfahrer gekauft. Georg Zenger kennt die Probleme, die der neue Fünf-Euro-Schein verursacht. Zenger ist Kassier bei der Höchstadter Volksbank und zuständig für die Bargeldversorgung seiner Kunden. Egal ob Einzahlung oder Auszahlung - alles läuft über seinen Tisch und durch seine Zählmaschinen.

"Am Anfang kamen immer wieder Kunden zu mir, die nachgefragt haben, ob es sich um eine echte Note handelt", sagt Zenger. Vor allem ältere Leute habe die Einführung des Scheins quasi überrumpelt. "Ich finde, die Zentralbank hätte die Bürger besser informieren müssen. Es ging einfach zu schnell", sagt Zenger. Das sei auch der Grund dafür, dass die Industrie noch nicht auf den neuen Schein vorbereitet war. Die Folge: Viele Automaten müssen jetzt nachträglich um- beziehungsweise aufgerüstet werden.

Sogar Zengers Notenzählmaschine streikt bei den neuen Scheinen. Das Gerät meldet aber kein Falschgeld, sondern erkennt die Fünfer einfach nicht. "Auch hier muss der Techniker kommen und ein spezielles Modul einbauen", erklärt Zenger.

Grund für die Einführung, so Zenger, war, dass man die Fälschungssicherheit der Scheine verbessern wollte. Ob das funktioniert? Zenger ist sich nicht sicher: "Es sind bereits erste Fälschungen des neuen Scheins im Umlauf. Jetzt muss man eben abwarten, wie es sich in nächster Zeit entwickelt."

Meistens nehmen sich Fälscher den 50-Euro-Schein vor. Er ist von allen Werten am häufigsten im Umlauf. In Höchstadt gab es mit Falschgeld bisher aber kaum Probleme. "Seit der Einführung des Euros sind bei uns gerade einmal vier falsche Noten aufgetaucht", sagt Zenger.

Im Herbst dieses Jahres sollen auf den frischen Fünfer auch neue Zehn- und Zwanzig-Euro-Scheine folgen. Dann dürften für Viele die Scherereien von vorne beginnen.