Die Neugestaltung des Badweihers sorgte im Marktgemeinderat erwartungsgemäß wieder für rege Diskussion. Einige Marktgemeinderäte wollten bereits ins Detail gehen. Dabei stellten die Planer Georg Schreiber vom Büro Valentin Maier Bauingenieure und Landschaftsarchitektin Kathrin Nißlein nur eine überarbeitete Planskizze mit ihren Ideen vor.

Bürgermeister Heinrich Süß wies mehrmals darauf hin, dass nur ein Entwurf vorgestellt werde, und die genaue Ausführung erst mit dem Planungsauftrag konkretisiert werden könne. Wie Schreiber dazu erläuterte, müssen erst die Grundstücksgrenzen festgestellt werden und damit eine Bestandsaufnahme erfolgen, denn die Neugestaltung betreffe nur den Weiher mit dem gemeindeeigenen Grundstück.

Auf Vorschlag des Bürgermeisters soll dazu auch ein Ortstermin mit dem Marktgemeinderat, den angrenzenden Grundstückseigentümern sowie der unteren Naturschutzbehörde stattfinden, um die Details zur Uferbefestigung und den erforderlichen Wirtschaftsweg festzulegen. Für den Bürgermeister steht außer Frage, dass das Ostufer an der Staatstraße neu gestaltet und mit einem breiteren Fußweg versehen werden müsse, auch die Insel und das Süd- sowie Nordufer müssten befestigt und gegen Ausspülungen geschützt werden.

Wie Kathrin Nißlein erläuterte, sollten auch Entlandungsarbeiten sowie ein Gehölzschnitt auf der Insel erfolgen. Die Neugestaltung solle naturnah erfolgen, denn an den Ufern und auf der Insel sowie im Schilfgürtel habe sich eine Vielzahl Wasser- und Singvögel angesiedelt. Die Landschaftsarchitektin will ökologische Nischen anlegen und auch Totholz einbringen.

Für den Wirtschaftsweg am Südufer schlug Georg Schreiber vor, dass der begrünte Weg nach der Vegetationszeit einmal im Jahr gemäht werden und ansonsten der Natur und den Vögeln überlassen werden solle.

Die Mitteilung der Landschaftsarchitektin, dass die untere Naturschutzbehörde empfiehlt, die Pappeln am Südufer aufgrund ihres Alters zu fällen und es neu zu bepflanzen, stieß bei Norbert Maier (Grüne) auf massive Kritik: Es solle keine Abholzung geben.

Die Planer schlugen vor, auf der Insel - die ursprünglich zweigeteilt war - eine Sichtachse zur katholischen Kirche zu schaffen. Die Schneise sollte mit 30 bis 50 Zentimetern Wasser überspült und damit ein Zuwuchern mit Gehölz verhindert werden.

Gegen eine Uferbefestigung am Südufer mit Steinen sprach sich Christiane Kolbet (Grüne) aus. Die beiden Grünen würden auch gern auf eine Nutzung als Karpfenweiher verzichten. Dem widersprachen sowohl Nißlein als auch der Bürgermeister und Andreas Süß (UWG) sowie Karl-Heinz Hertlein (CSU): "Ein Weiher gehört immer mal wieder abgelassen, um Sedimente zu entfernen", hieß es bei den Teichbauern.

Der Weiher müsse bewirtschaftet werden, sonst nehme er eine nicht gewollte Entwicklung, es drohe Versumpfung und der Weiher verkomme zur Kloake. Deshalb sollen Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit in Einklang gebracht werden. Für den Pächter heißt das: keinen Überbesatz und wenig Futter.

Auch über die Befestigung des Südufers herrschte Uneinigkeit. Gegen eine Befestigung mit Flechtmatten, Reisigbündeln oder Holz sprachen sich Andreas Süß und Roland Maier (beide UWG) aus. Derartige Befestigungen würden zu einem Eldorado für Bisamratten. "Die Sanierung ist teuer und die Bisamratten würden in kurzer Zeit die Ufer aushöhlen und in einigen Jahren sanieren wir wieder", sagte Süß voraus. Roland Maier, der selbst einige Weiher bewirtschaftet und einen Kampf gegen die Bisamratten führte, hat seine Ufer mit Wasserbausteinen befestigt. "In ein bis zwei Jahren holt sich die Natur die Ufer zurück und die Steine werden wieder von Pflanzen und Schilf überwachsen", erklärte er dem Gremium.

"Wenn wir was machen und über 250 000 Euro ausgeben, dann machen wir auch was Gescheites, sonst können wir den Weiher gleich lassen wie er ist", kommentierte der Bürgermeister die lange Diskussion. Im einstimmigen Beschluss zur Auftragsvergabe wurde festgehalten, dass es ein Karpfenweiher bleibt und als weitere Optionen wurden ein Steg zur Beobachtung von Wasservögeln und eine schwimmende Fontäne aufgenommen.