Kriminalhauptkommissar Udo Winkler ist im ganzen Landkreis für Verbrechensprävention zuständig. Er ist ein gefragter Mann, denn er schaut sich zu sichernde Objekte, vor allem Häuser, vor Ort an und berät, was man tun kann, um Einbrecher und Diebe abzuhalten. Am einfachsten klappt der Kontakt zu ihm per E-Mail. Auf der Homepage der Kripo Erlangen, zu finden über www.polizei.bayern.de, ist ein Formular vorbereitet.
Bei passender Gelegenheit tritt Winkler auch öffentlich auf. Wie bei der Kulturveranstaltung "Grüne Meile" in Adelsdorf. Dann rückt er mit dem Sicherheitsmobil seiner Schwabacher Kollegen aus, stellt Sicherheitstechnik wie gute Schließanlagen vor und beantwortet die Fragen der Passanten.

1. Uns wurde gesagt, wenn das Rollo unten ist, können wir das Fenster gekippt lassen?
Das wäre sehr gefährlich. Denn nichts ist leichter, als ein Rollo ein Stück weit abzuschneiden und es herauszuziehen - hochschieben ist veraltet. So leicht ist der Zugang zum Kippmechanismus frei.
Und dann braucht der Einbrecher nur den Fenstergriff querzudrehen und das Fenster steht offen. "Die Anleitung für ein Drehwerkzeug findet er sogar im Internet", sagt Winkler und holt eine Konstruktion aus einem Abflusschlauch und festen Fäden heraus.

2. Wie kann ich eine Schiebetür gegen Aushebeln sichern?
Das ist einfach zu lösen, sagt Winkler. Die Türe gleitet in einer Schiene. In ihr ist auch ein Anschlag als Schiebestopp angebracht. Man braucht nur ein Hartholz oder eine Aluleiste zwischen Tür und diesem Anschlag einzulegen, und die Tür geht keinen Zentimeter weit auf. "Mit einem Griff dran braucht man sich nicht einmal zu bücken", rät er dem Fragenden.

3. Wenn meine Haustür gut gesichert ist, was hilft's, dann steigt der Einbrecher übers Fenster ein.
Zumindest, wenn das Fenster geschlossen ist, ist das äußerst selten. Denn das Scheibeneinschlagen bei Isolierglas birgt für den Täter einige Risiken. Zum einen schon das laute und auffällige Geräusch. Zum anderen passiert es wegen der trennenden Vakuumschicht, dass die Splitter dem Werfer ins Gesicht fliegen und ihn verletzen können.

4. Wir bauen ein neues Haus und suchen sichere Türen und Fenster.
Ehe Winkler antwortet, greift er in eine seiner vielen Kisten mit Informationsmaterial. Für Bauherrn hat er eine Auflistung von Fenster- und Türenherstellern aus ganz Deutschland. Deren Produkte sind neutral geprüft, wie lange sie einem Angriffswerkzeug standhalten, und danach in Widerstandsklassen eingeteilt. "Man muss auch dem, der einbaut, vertrauen können", sagt Winkler zu diesem Service. "Für schwarze Schafe wäre es ja ganz leicht ...".
Das gilt auch für Firmen, die neue Schlösser oder zusätzliche Sicherheitseinrichtungen anbringen. Auch hier gibt es eine Empfehlungsliste. In Adelsdorf nennt Winkler die Firma Noppenberger. Ganz bewusst, so sagt er, hat er das Sicherheitsmobil neben dem Stand des Schlüsseldienstes Aischgrund aufgestellt und schickt bei rein technischen Fragen die Leute gleich "ein Haus weiter".

5. Technik allein macht es auch nicht!
Dem stimmt Winkler sofort zu. Er setzt auf Nachbarschaft. Dazu hat er einen Aufkleber in gelber Warnfarbe mit der Aufschrift "Wachsamer Nachbar". "Das schreckt sogar ab, wenn der Einbrecher nicht deutsch kann", sagt er zu Farbe und Gestaltung. Ein Fallbeispiel: Ein Kastenwagen fährt bei den Nachbarn vor. Die Frau nebenan denkt, dass Handwerker kommen. Doch kurze Zeit später kommt die Wohnungseigentümerin heim und bemerkt den Einbruch. Winklers Tipp: Sagen sie ihren Nachbarn, wenn Sie Handwerker erwarten.