In diesen Tagen bekommt die Landesgartenschau in Bamberg auf dem Erba-Gelände ein neues Kleid. Mehr als 46.000 Sommerblüher werden gesetzt. Die fleißigen Gärtner bearbeiten rund zwei Wochen lang die einzelnen Blumenbeete und sorgen dafür, dass diese Gartenschau ein "Blütenparadies" ist und bleibt. Rund 100 Gärtner aus der gesamten Region sind hierfür gerade im Einsatz.

"Bis jetzt haben rund 160.000 Gäste die Landesgartenschau hier in Bamberg besucht", teilt Stephanie Schirken-Gerster mit, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. "Dass die Landesgartenschau einen Impuls für die gesamte Wirtschaftsregion gibt, versteht sich von selbst. Davon profitieren nicht nur die Hotels, sondern auch die gesamte Bamberger Innenstadt mit ihrem Einzelhandel, aber auch Gärtnereibetriebe und Firmen", sagt sie.

Im Nachbarlandkreis Erlangen-Höchstadt spürt man jedoch fast nichts davon. "Ich weiß, dass Bamberg mit dieser Landesgartenschau einen Volltreffer gelandet hat, was Hotels, Einzelhandel und Gärtnereien betrifft. Aber neidisch darauf bin ich nicht", erklärt Christian Pöllmann vom Adelsdorfer Landhotel Drei Kronen.

"Die Hotels in Bamberg sind, hauptsächlich an den Wochenenden und jetzt in den Ferien, sicher sehr gut gebucht. Ja, auch wir bewerben die Gartenschau mit einem Arrangement, allerdings ist die Nachfrage nicht deutlich höher als in den vergangenen Jahren ohne die Landesgartenschau", meint Pöllmann mit Blick in seinen Computer. "Ich denke, der Gast, der die Schau besucht, will keine langen Anfahrten mehr auf sich nehmen.

Nachdem Bamberg heuer obendrein mit dem Domjubiläum und Kunstausstellungen lockt, möchte sich doch die Mehrzahl der Besucher zentral, sprich in Bamberg Stadt, untergebracht wissen." Das ist für Pöllmann völlig normal. Gleichwohl gibt er zu, dass es ein Segen sei, geschäftlich von einer monatelang dauernden Attraktion zu profitieren, ohne dabei viel unternehmen zu müssen. "Unserer Region täte halt solch ein Event auch nicht schlecht, denn wir sind wahrlich nicht mit vielen Freizeitattraktionen gesegnet."


Granatapfel gespendet



Matthias Großkopf von der gleichnamigen Gärtnerei in Zeckern ist stolz, dass sein Betrieb sich am Projekt am Michelsberg beteiligt hat. "Wir haben für den Weingarten vom Kloster St. Michael einen großen Granatapfel gespendet", berichtet er. "Wegen der Gartenschau in Bamberg kommen nicht weniger Kunden zu uns. Und die, die schon dort waren, erzählen uns begeistert davon und suchen vielleicht nach einer bestimmten Blume, die sie dort gesehen haben." Der Gärtner ergänzt: "Wir sind eher froh, dass sich die Leute wieder mehr für die Pflanzen begeistern, und dass der Stellenwert des Gartens so nachhaltig gestärkt wird." Ähnlich äußerten sich die Gärtnereien Blumen Lechner und das Blumen-Eckla Wolf in Höchstadt.

Otto Tröppner, Vorsitzender des Kreisverbandes der Obst- und Gartenbauvereine in Erlangen-Höchstadt, könne zu den Auswirkungen auf die Wirtschaft wenig sagen. Wohl aber, dass Vereinsmitglieder die Gartenschau gerne annehmen.