Es war ganz deutlich zu spüren: Schlüsselfeld liegt im Zentrum des Universums. Jedenfalls am Wochenende, als Gesangverein, TSV und Feuerwehr (GTF) mit ihrer Faschingssitzung in ferne Galaxien entführten. Ein Weltraumteleskop brauchten die Besucher dazu nicht: Gute Laune und Freude am närrischen Spektakel reichten voll aus.

Die Stadthalle war total von Außerirdischen unterwandert. Besucher mussten schon im Foyer eine Sicherheitsschleuse durchlaufen. In der Folge des Abends zeigte sich die Steigerwaldmetropole dann "völlig losgelöst". "Dreimal durch die Galaxie" war das Motto der Sitzung, die in Schlüsselfeld nur alle zwei Jahre stattfindet.

Die Vorbereitungen für den Flug ins All müssen gigantisch gewesen sein. Die gesamte Halle war "strahlungssicher" mit Silberfolie verkleidet. Commander Uli Zech und seine Crew schickten die Erdlinge auf die dreistündige Reise.

Aus der Lichtjahre entfernten Distanz konnte der Fokus auf all die Dancer, Ballettratten, Akrobaten, Komiker und Sänger, die sich auf der Bühne tummelten, gerichtet werden. Allesamt Eigengewächse, auf die Schlüsselfeld als Faschingshochburg stolz sein kann. 250 Ehrenamtliche waren am Werk, um diese Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

"Anschnallen, der Countdown beginnt", verkündete Flugkapitän Zech. In diesem Jahr setzten die Organisatoren vor allem auf den Nachwuchs. Mara Hanika, zum Beispiel, die in der Bütt TV-Shows wie DSDS oder "Bauer sucht Frau" auf die Schippe nahm. Ob Essen "Drive in" tatsächlich eine Möglichkeit für Schlüsselfeld ist, darf nach der Parodie von Karl-Heinz Herrmann und Doro Martin bezweifelt werden. Markus Paszek und Moritz Schmidt beschäftigten sich mit den "News" aus dem Städtchen. Sie suchten nicht nur eine Lösung für die Verkehrsprobleme im Schlüsselfelder Ortsteil Rambach, sondern forderten auch einen Gesetzentwurf gegen Volksverblödung, speziell in den sozialen Netzwerken.

Orientiert am Beispiel von Frau Hawlitschek und Frau Pospischil versuchten Rainer Uri und Sabine Kolb, Krankheiten anzugehen. Spezialisten dafür gebe es genug auf der Welt, fand Sabine Kolb. Für ein lädiertes Genick empfahl sie den Besuch eines "Ginikologen". Bei Problemen mit dem "Gedärm" sei der Besuch beim "Därmatologen" hilfreich. Im Fall von Hämorrhoiden hielt sie Ägypten für die einzig richtige Adresse. Dort gebe es die "weltbesten Arschiologen".

Aus der "Metzgerei Reutl" grüßten Peter Messingschlager und Uli Zech. Die beiden kannten sich mit fränkischen, insbesondere Schlüsselfelder Spezialitäten bestens aus. Das neue Feuerwehrhaus, "ein Super-Bau", brachte Peter leider um seinen Job als Feuerwehrsirene. Dass er das drauf hat, demonstrierte er zur Freude des begeisterten Publikums lautstark. Auch als Gesangsduo brillierten die beiden. Ihr Repertoire reichte vom Schmusesong bis zum Bürgermeister-Rap. Der klang im Refrain so: "Krapp Johannes kannst net werden, Krapp Johannes muss mer sein!"

Die vielen Sport- und Tanzgruppen sorgten dafür, dass die Stimmung im Saal bis zum Brodeln anstieg. Das von Anna Sendner geleitete GTF-Ballett eroberte sichden Saal. Krachledern in Trachtenhosen und Dirndl tanzten die "Happy Dancers" (Leitung Anne und Nicol Heidenreich) zu volkstümlicher Musik. Aus Aschbach kam die von Jana Gegner und Andrea Fleck geleitete "Mini Dance Company". Die Turnerinnen der Leistungsgruppe des TSV Schlüsselfeld (Leitung Maria Ley und Lisa Voigtsberger) flogen fast schwerelos durch die Luft.

Kämpferisch zeigte sich "Xplosion", die Showtanzgruppe unter Leitung von Elisa Heidel, Heike Kunkel und Christine Zahn. Höhepunkte des Abends waren die beiden Auftritte des Männerballetts. Elegant schwebend im ersten Teil hatte Barbara Nowak sie in Szene gesetzt. Gegen Ende des Abends überraschten sie mit roboterhaftem außerirdischem Outfit. Den Schlusspunkt setzte "Drumniac", die von Matthias Uri geleitete Trommlergruppe.

Weitere Aufführungen finden am Freitag, 2., und Samstag, 3. Februar, in der Stadthalle Schlüsselfeld statt.