Es war kein Gottesdienst, der am Freitagabend rund 200 Zuhörer aus Adelsdorf und der ganzen Region in die Stephanskirche gelockt hatte. Die "4 Souls" Sonja Tonn (Gesang), Wulli Wullschläger (Gesang und Gitarre), Christian Pöllmann (Gesang, Gitarre und Akustikinstrumente) und Jürgen Hofmann (Akustikgitarre) - ein Quartett, das sich 2013 gefunden hat und nur Songs bringt, die alle gerne spielen, hatten eingeladen. Vier Freunde, die Songs für die Seele lieben und die eine tiefe Seelenverwandtschaft verbindet.

Es erklangen schöne Harmonien und "4-Souls"-typische Covernummern von den Beatles, den Eagles, Whitney Houston, Eric Clapton, America, Elton John und mehr. "Leider hat uns der Hall hier in der Kirche überrollt", gestand Sonja Tonn bei der Begrüßung. "Ihr müsst ganz viel schlucken", scherzte sie. Und die Zuhörer schluckten.

"Die Sonja hat eine ausdrucksstarke Stimme, fantastisch!", schwärmten die Besucher in der Pause. Auch der Gitarrist Jürgen Hofmann begeisterte das Publikum. "Er redet nicht viel, aber er ist ein Akrobat auf der Gitarre, ein Meister der Improvisation! Seine Finger gleiten über die Gitarre, Wahnsinn!" Wulli, der mit der Reibeisenstimme, die Gitarre in der Hand, führte zusammen mit Sonja durchs bunt gemischte Programm. Es erklangen laute und leise, ruhige und besinnliche Töne, Jazziges, Blues und Rockiges.

Ein Heimspiel

"Wir spielen, was uns ans Herz geht", verriet Sonja Tonn. "Hauptsache, ihr geht glücklich und zufrieden nach Hause!", fügte sie an. Beatles-Fans kamen voll auf ihre Kosten. Wulli wusste immer etwas zu sagen und auch sein Gitarrenspiel war virtuos. Christian Pöllmann aus Adelsdorf kam an seinem runden Geburtstag - Wulli und Sonja spielten ihm damals ein Ständchen - zu der Gruppe.

Er erklärte in einem Gespräch vor dem Konzert, wie es zu dem Namen "4 Souls" kam: "Anfänglich nannten wir uns ,All you need is love‘, bis ich dann meinte, das sei ein Songtitel und kein Bandname. Bei den Proben fand Sonja, wir seien Seelen, die nicht nur musikalisch perfekt harmonieren. Wir seien einfach ,4 Souls‘. Die Doppeldeutigkeit (for souls und four souls - für Seelen und vier Seelen) wurde uns relativ schnell klar."

Auf die Frage, wie man sich fühlt, wenn man zu Hause vor Bekannten und Freunden spielt, meinte er: "In der eigenen Kirche Musik zu machen, ist etwas ganz Besonderes und wird immer besonders bleiben. Es war ein sehr erfolgreiches Jahr. Wir spielten mehr in anderen Bundesländern wie Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Oberpfalz als zu Hause in Franken. Ein Highlight neben dem jährlich stattfindenden Konzert im Fifty-Fifty war sicherlich unser ausverkauftes Konzert in der Comödie Fürth."

Die Auswahl der Musikstücke erklärte er so: "Es stimmt, wir covern bekannte Musikstücke, aber jedes einzelne Stück bekommt seine ganz eigene ,4 Souls‘-Note. Da kommt Jazz genauso vor wie Gipsy oder Blues, aber eben immer - zumindest aus unserer Sicht - ein bisschen anders als bekannt. Die Beatles und die Eagles sind definitiv unsere erklärten Lieblinge. Nach den ausverkauften Kirchenkonzerten der vergangenen zwei Jahre in der Erlanger Hugenottenkirche dachten wir, es sei Zeit für ein Kirchenkonzert in meiner Heimat." So kamen die vier Seelen nach Adelsdorf.

Alle singen "Stille Nacht"

Auch Weihnachtslieder durften in dem gut gemischten Programm nicht fehlen. Pöllmann bedankte sich vor den Schlusssongs beim Hausherrn Pfarrer Thomas Ringer und bei Bianca Staschik für die Unterstützung. Zwei Zugaben erklangen nach dem "Halleluja" von Leonard Cohen, und das gemeinsam gesungene "Stille Nacht" beendete ein wundervolles Konzert, das nicht nur die Seelen, sondern auch die Herzen berührte.