Die Bergkirchweih in Erlangen ist zu Ende. Durchschnittlich kommen jährlich rund eine Million Besucher auf den "Berg" - und hinterlassen viel Müll. Darunter leiden die Grünanlagen, in denen sich viele Besucher vor dem Aufstieg auf den Berg treffen, trinken und tanzen.

"Jemand noch einen Schluck Wodka? Sangria hätten wir auch noch." Rainer Bäßler hält eine halbvolle Wodka-Flasche in der Hand, wartet kurz auf eine Reaktion seiner Kollegen und schüttet sie dann aus. An diesem Montagmorgen ist er einer von sechs Aufräumarbeitern der städtischen Abteilung Stadtgrün, die sich um die Lewin-Po eschke-Anlage in Erlangen kümmern.

Ende des Weges

Gerade findet die Bergkirchweih statt, das bedeutet für Bäßler und seine Kollegen vor allem eines: viel Arbeit. Zahlreiche Jugendliche glühen auf dem Bürgermeistersteg genannten Gelände vor. Manche von ihnen schaffen es gar nicht mehr bis auf die Bergkirchweih.

Eigentlich ist der Bürgermeistersteg ein Spielplatz, so groß wie ein Fuß- und Basketballfeld, Schaukeln und noch mehr Spielgeräte für Kinder stehen auch dort. Eine große Wiese bietet viel Platz zum Austoben.

Rainer Bäßler blickt am Rande des Spielplatzes über die Grünfläche. "Das ist, wie wenn hier überall Diamanten daliegen würden", sagt er und zeigt auf den Boden: Zwischen dem nassen Gras blitzen Glasscherben und Kronkorken hervor. "Das ist eigentlich eine Straftat", schimpft Bäßler mit Blick auf den Sandbereich.

Die Feiernden, so erzählt er, zerschlagen mutwillig Flaschen. Die Überreste sind eine Sicherheitsgefahr für Kinder, deswegen müssen die Scherben von Bäßler und seinen Kollegen weggeräumt werden. Doch das ist gar nicht so einfach, denn die kleinen Scherben müssen alle einzeln mit Zangen aufgesammelt werden.

Während der Aufräumtrupp unterwegs ist, bleibt ein Fahrradfahrer auf dem Radweg stehen: "Über den ganzen Weg verteilt liegen hier überall Scherben!" Er sei hier jeden Morgen unterwegs, erzählt er, während der Bergkirchweih macht ihm das Fahrradfahren hier aber keinen Spaß.

Christoph Kintopp, Leiter der Abteilung Stadtgrün, stellt das auch fest: "Die Menge an Scherben lässt auf Mutwillen schließen." Doch die Stadt könne nicht mehr machen als nachzuräumen.

Dafür stehen die Mitarbeiter schon früh auf. Bereits um halb sieben Uhr morgens werden die ersten Grünflächen vom Schmutz der Nacht gereinigt. "Man findet hier alles", erzählt Mitarbeiterin Jasmine Stehr, als sie gerade mit ihrer Zange einen weiteren Kronkorken aufsammelt. Jacken, Schlüssel, Geldbeutel, Plastikmüll, Flaschen und: Tiefkühlerbsen.

Sie und ihre Kollegen dachten zuerst, das sei eine Zutat für ein neues Partygetränk, doch sie lagen falsch. Die Erbsen werden zum Kühlen der Getränke genutzt - falls der Abend auf dem Bürgermeistersteg länger dauert als erwartet und die Party von der Bergkirchweih auf den Spielplatz verlegt wird.

Container interessiert nicht

Der Renner: Partyklopfer. Doch die kleinen Getränke verursachen in der Masse großen Müll. "Die Mischung ist hier schwierig", resümiert Stadtgrün-Leiter Kintopp. Auf der einen Seite Jugendliche, die feiern, auf der anderen Seite Kinder, die spielen möchten.

Zum ersten Mal ließ Stadtgrün-Leiter Kintopp am Bürgermeistersteg einen großen Müllcontainer aufstellen - doch der Erfolg blieb aus. Er steht am Rande der Anlage, auf einer leichten Erhöhung.