Möglicherweise werden im Heßdorfer Ortsteil Klebheim die Karten neu gemischt. Je mehr sich beim Erörterungstermin zur Teilplanfeststellung der geplanten Park- und WC-Anlage (PWC-Anlage) Seeleite bei Klebheim die Mienen bei den Vertretern der Gemeinde Heßdorf aufhellten, umso nachdenklicher wurden die Gesichter bei den Vertretern des Autobahndirektion Nordbayern. Die Klebheimer möchten die PWC-Anlage am Ortsrand lieber nicht haben.

Den Erörterungstermin moderierte Regierungsdirektor Friedo Wolf. Stephan Ried von der Autobahndirektion, verantwortlich für Planung und Projektsteuerung, stellte als Vorhabensträger die geplante Maßnahme vor und erläuterte den Zweck von Rastanlagen, den Stellplatzbedarf für Lkw und den Abstand zwischen den Rastanlagen. Bereits zu diesem Punkt meldete sich der von der Gemeinde Heßdorf beauftragte Rechtsanwalt Thomas Schönfeld und zweifelte korrekte Alternativprüfungen an.

Denn nach seiner Meinung sei die ganze Anlage verzichtbar, falls Aurach erweitert würde. Auf Nachfragen des Rechtsanwalts sowie Friedo Wolfs räumte Stephan Ried ein, dass die damalige Verkleinerung der Rastanlage Aurach aus politischen Gründen erfolgt sei. "Mit dem Bau der PWC-Anlage beheben wir eine Altlast und bringen die Abstände auf Regelmaß", erklärte Ried.


Keine Perspektive

Eine Bürgerinitiative habe die Vergrößerung von Aurach verhindert und er sehe wegen des Klosterwalds auch keine Perspektive für eine Vergrößerung. Allerdings ist sich der Rechtsanwalt sicher, falls Aurach vergrößert würde, müssten keine weiteren Stellplätze errichtet werden. Ried gab zu, die Raststätte Aurach wäre eine Möglichkeit, aber die Abstände zwischen den Rast- und Parkmöglichkeiten müssten eingehalten werden.

Der von der Gemeinde beauftragte Diplomgeologe Otto Heimbucher sah im Feststellungsbeschluss und im dazugehörigen Textteil sowie bei den Erläuterungen eine ganze Reihe Versäumnisse der Planer und unterstellte der Autobahndirektion, die Alternativuntersuchungen nur sehr oberflächlich vorgenommen zu haben.

Beim Themenblock Natur- und Artenschutz seien nach Meinung des Diplomgeologen sehr viele Fehler gemacht worden: Stephan Ried hatte erklärt, dass man nichts gefunden habe. "Wenn ich nicht suche, finde ich auch nicht", warf Regierungsdirektor Wolf ein, nachdem Heimbucher der Autobahndirektion unterstellte, im Wald nur eine oberflächliche artenschutzrechtliche Untersuchung durchgeführt zu haben.

Das wiesen die Vertreter der Autobahndirektion zurück. Man habe dazu ein Fachbüro beauftragt, erklärte Landschaftsplanerin Michaela Weidinger-Knapp.


Nicht gründlich nachgeschaut

"Aus dem Erläuterungsbericht ist nicht erkennbar, dass der Wald untersucht wurde, und auch die Termine sind nicht nachvollziehbar", beharrte der Rechtsanwalt. Die Mindeststandards seien bei den Untersuchungen nicht eingehalten worden.

Er vermisse entsprechende Aufzeichnungen, konterte Heimbucher. Er habe im Wald Laichgewässer des Kammmolchs ebenso gefunden wie Zauneidechsen und Lebensräume von Fledermäusen. Das von der der Autobahndirektion beauftragte Büro habe zwar auch schützenswerte Tiere gefunden, aber überraschender Weise alle außerhalb des Baufelds.

" Wenn in der Gegend Fledermäuse unterwegs sind, würden sie auch rings um die Leuchten auf dem Parkplatz Nahrung finden." Die Aussage Stephan Rieds führte dann schon zu Gemurmel bei den Zuhörern.

Die Vertreter der Autobahndirektion bestritten die Vorwürfe und auch Weidinger-Knapp teilte die Kritik des Diplomgeologen nicht. Aber Wolf bohrte immer wieder nach und forderte, vorhandene Aufzeichnungen auch auf den Tisch zu legen, nachdem Heimbucher erklärte, dass sein Büro 60 Fledermausbewegungen festgestellt habe.
Außerdem wisse er mit Sicherheit, dass sich im Wald Bruthöhlen befinden, obwohl Ried erklärte habe, es gebe sie nur außerhalb. Heimbucher ist davon überzeugt, dass im betroffen Waldstück auch die strenggeschützte Bechsteinfledermaus unterwegs ist.

Martin Stichlmair von der Autobahndirektion bestritt, dass im Wassergraben des Walds Kammmolche leben, den Heimbucher als potenzielles Habitat für Amphibien bezeichnet.


Auf ein Neues

Da sich keine Einigung der beiden Lager abzeichnete, stellten Heimbucher und Rechtsanwalt Schönfeld Anträge zu Nachuntersuchungen und wurde dabei von Regierungsdirektor Friedo Wolf unterstützt. "Das müsst ihr nochmal machen und eine ordentliche Kartierung vorlegen", gab er in Auftrag.

Auf Wunsch der Regierung von Mittelfranken soll auch die Einleitung des Oberflächenwassers in den Klebheimer See untersucht werden, denn da werden nur ungelöste Stoffe heraus gefiltert, aber nicht das Streusalz.