Markus Söder füllte am Sonntag als Ehrengast der CSU-Neujahrsempfangs in Erlangen die Heinrich-Lades-Halle. Vor ihm sprachen die Kandidaten für die Kommunalwahl.

"Ich möchte wieder antreten, denn mir macht das Amt richtig Spaß und Freude!", erklärte Landrat Alexander Tritthart. Er bedankte sich bei Söder für die gute Unterstützung des Freistaats beim ÖPNV, der Bildung und der Sanierung des Kreiskrankenhauses in Höchstadt, und platzierte zu jedem Thema eine Bitte: für das 365-Euro-Ticket im ÖPNV für alle, für verstärkte IT-Unterstützung an den Schulen, und um Einsatz auf Bundesebene für den Erhalt der kleinen Krankenhäuser.

OB-Kandidat Jörg Volleth griff OB Florian Janik (SPD) scharf an: "Erlangen wurde mit viel linker Symbolpolitik überzogen." Er prangerte den Umgang mit den Bürgern beim Baugebiet "West III" sowie den geplanten Erweiterungsneubau des Rathauses auf unversiegeltem Gelände neben dem Museumswinkel an. "Der 54. Platz beim Smart-City-Index ist beschämend für diese Stadt!", erregte sich Volleth.

"Es gibt Parteifreunde, und es gibt echte Freunde", stellte Söder bei seiner Ansprache fest. Wie den aus Erlangen stammmenden Innenminister Joachim Herrmann: "Sie haben mit mir einen MP in der Nähe und mit Joachim einen Schutzpatron vor Ort." Söder äußerte sich zufrieden mit den Vertretungen in Bund und im Landtag und frotzelte: "Wenn ich mir Joachim Herrmann und Walter Nussel anschaue, dann stellen wir uns breit auf." Treffe man Stefan Müller morgens um acht, habe er schon zwei Stunden gejoggt und würde Ingwertee trinken. "Da gehe ich lieber mit Walter frühstücken." Obwohl er mit Nürnbergs OB Maly und Fürths OB Jung (beide SPD) gut zurechtkäme, sei es mit Erlangen leider immer etwas schwierig, es gäbe kein kooperatives Miteinander. Die Stadt könne mehr aus sich machen.

Nicht grün, sondern blau-weiß

Söder äußerte sich besorgt zur Weltpolitik: "Ich bin aufgewachsen mit der Gewissheit, dass die Amis wissen, was sie tun. Diese Gewissheit habe ich heute nicht mehr." Auch der Klimaschutz treibe ihn um: "Ist der Markus jetzt grün geworden? - Nein, ich bleibe blau-weiß. Aber der Klimawandel ist real."

Er plädierte für eine neue Offensive für Hightech und mokierte sich über seine Kritiker: "Da hieß es: Der Markus will zum Mond. Wenn es eine Passagierliste gäbe ich hätte Vorschläge." Zuletzt appellierte er, die Demokratie entschieden zu verteidigen: "So radikal und verletzend wie es heute ist, war es noch nie. Der völkische Flügel vergiftet die Stimmung." Er hingegen wolle einem Land vorstehen, das frei und freigeistig sei.