"Jetzt bin ich ganz baff", rief Gunda Müller. An die 100 Leute waren vor dem Gasthaus "Zum Weißen Ross" in Buch aufgelaufen, um die langjährige Wirtin zu verabschieden. Die betagte Dame geht nach 55 Jahren in den Ruhestand - und mit ihr schließt das Traditionsgasthaus in dem kleinen Ort.


Viele Stammgäste

"116 Jahre lang wart ihr unser Vereinslokal. In den letzten Jahrzehnten, warst du immer für uns da, Gunda. Jetzt haben wir gedacht, wir richten mal ein Fest für dich aus", sagte Jochen Kleetz, 1. Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Buch. In den 55 Jahren, in denen Gunda Müller die Gastwirtschaft führte, waren neben der Feuerwehr viele andere Vereine Stammgäste, zum Beispiel die Blaskapelle Gremsdorf oder der FCN Fanclub. Einen regelmäßigen Mittagstisch gab im "Weißen Ross" zwar nicht, jedoch wurden diverse Feste, die Kerwa, Schlachtschüsseln oder private Feiern wie Hochzeiten und Geburtstage gefeiert. Auch berühmte Persönlichkeiten waren schon zu Gast, wie die zwei Club-Spieler Reinhold Hintermaier und René Botteron.
Als Gunda Müllers Mann Erich im Jahr 2002 starb, dachte sie dennoch nicht ans Aufhören. Die Kerwa übernahm seitdem zwar die Feuerwehr, alles andere schaffte die Wirtin aber mit ihrem großen Engagement in Eigenregie. Nun setzt sich Gunda Müller zur Ruhe. Sie zieht zur ihrer Tochter nach Rettern bei Eggolsheim, wo sie schon seit Langem eine kleine Wohnung hat.


Gleich zwei Gründe zur Trauer

Das Fest anlässlich ihrer Verabschiedung dauerte bis in die Abendstunden. Traurig sind die Bucher nicht nur darüber, dass ihre langjährige Wirtin aufhört - auch wenn sie ihren Ruhestand redlich verdient hat.