Die Gemeinde Pommersfelden wächst. Nicht zuletzt durch neue Baugebiete -jüngst in Steppach und Sambach - wurde die Marke von 3000 Einwohnern bereits um einiges überschritten. Nun muss auch die Infrastruktur damit Schritt halten. Bei einer jüngst durchgeführten Elternbefragung der Gemeinde wurde der Bedarf an Betreuungsplätzen für Krippen-, Kindergarten- und Hortkinder ermittelt. Fazit der Bedarfsermittlung: Die Gemeinde braucht insgesamt 125 Kita-Plätze, das bedeutet, eine zusätzliche Gruppe zu den vier vorhandenen und als Endstand 60 Plätze für die Schulkindbetreuung.

Die Betreuungsplätze und wie man sie schaffen kann, waren Thema in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Die Bedarfszahlen wurden von den Räten anerkannt. Fakt ist, dass derzeit 99 Kita-Plätze belegt sind. Davon 41 in Pommersfelden und 58 in Steppach, wobei beide Einrichtungen für je zwei Gruppen konzipiert sind. "Mit einem Überhang von acht Kindern" sei der Kindergarten Arche Noah in Steppach "maximal ausgereizt", erklärte dazu Fedor Glinka, der Geschäftsleiter im Pommersfeldner Rathaus.

Die Situation sei derzeit "nur geduldet", so Glinka. Das heißt, dass in der Gemeinde eine weitere Kita-Gruppe dringend benötigt wird. Diese Gruppe soll - so auch die Meinung der Gemeinderäte - in Steppach geschaffen werden. Was bedeutet, dass die Steppacher Einrichtung um einen Anbau erweitert werden soll.

Eng wird es auch bei den Betreuungsplätzen für Schulkinder von der ersten Klasse bis zu 14 Jahren. Wartelisten liegen bereits auf. "Die Schülerbetreuung ist immer mehr im Kommen", stellt Glinka fest. Aktuell gibt es eine Notgruppe zur Schulkindbetreuung mit 30 Plätzen in der Schule Pommersfelden. Deren Träger ist die Kirche, beziehungsweise der Evangelische Verein. Unberührt davon bleiben die 22 Hortplätze im Stolzenrother "Heinershof". Sie sollen wie bisher weiterlaufen.

Im berechneten Bedarf von 60 Hortplätzen sind die bestehenden 30 Plätze der Notgruppe an der Pommersfeldner Schule schon beinhaltet. Jetzt denkt man daran, für insgesamt 60 Hortplätze geeignete Räumlichkeiten zu schaffen und damit auch die Notgruppe zur festen Einrichtung werden zu lassen. Mit allem, was das pädagogische Konzept erfordert.

Noch weiß die Gemeinde nicht, wo und wie das zu realisieren ist. Ob es zu einem Anbau oder zum Neubau komme, sei derzeit noch völlig offen. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagt Geschäftsleiter Glinka. Träger der Schulkindbetreuung soll auf jeden Fall der Evangelische Verein bleiben. Glinka bedauert allerdings, dass bei der Bedarfsermittlung von den an die Eltern ausgegebenen Fragebögen nur etwa die Hälfte wieder zurückkam.

Bis zum Beginn des neuen Schuljahrs im September 2018 werde man sicher noch nicht soweit sein, die erforderlichen Plätze anbieten zu können, sagt Glinka auf Anfrage. Jetzt gelte es, Zuschussanträge und Planungen auf den Weg zu bringen, sich mit den Fachbehörden zu beraten und über die Finanzierung zu reden.