Kinder, Eltern, Omas, Opas und die Erzieherinnen der beiden Kindergärten aus der Gemeinde Pommersfelden (Landkreis Bamberg) hatten sich zur Einweihung der Kinderkrippe Regenbogen IHS in Sambach eingefunden. Was deutlich macht, dass den Einrichtungen neben ihrer primären Aufgabe der ersten Betreuung für die jüngsten Gemeindebürger auch eine verbindende Funktion innerhalb des kommunalen Gefüges zukommt.

Bereits im letzten September hat die Krippe mit einer Gruppe ihren Betrieb aufgenommen. Inzwischen beherbergt sie zwei Gruppen von jeweils zwölf Kindern. Eine dritte Gruppe steht für weiteren Bedarf noch zur Verfügung.

Ihrer Verpflichtung zur Kinderbetreuung wird die Gemeinde mit diesem Betreuungskonzept bestens gerecht: Während die Krippe in Sambach ausschließlich Kinder bis zu drei Jahren in ihre Obhut nimmt, können sich die evangelischen Kindergärten "Arche Noah" in Steppach und die "Zwergenburg" in Pommersfelden ausschließlich dem Nachwuchs ab drei Jahren widmen. Komplettiert wird das Konzept durch den Heinershof in Stolzenroth, der als Hort die Betreuung der Schulkinder übernimmt.

Bürgermeister Hans Beck (Wählerblock Sambach) sprach bei der Einweihung der Krippe von "einer Investition in die Zukunft". Eine Entscheidung, die den Gemeinderäten im November 2011 nicht schwergefallen sein dürfte. Zum einen hatten sie den gesetzlichen Anspruch zu erfüllen, für jedes Kind unter drei Jahren ein Krippenplatz zu schaffen. Zum anderen flossen dazu reichlich Staatsmittel.

Die Gesamtkosten betrugen in Sambach knapp 1,3 Millionen Euro und wurden von staatlicher Seite mit gut 810.000 Euro gefördert. Weitere 200.000 Euro steuerte die katholische Kirche bei, so dass die Gemeinde Pommersfelden noch rund 275.000 zu finanzieren hatte. Der bis dahin eingruppige Sambacher Kindergarten konnte damit in eine Krippe mit drei Gruppen umgebaut und erweitert werden.

"Es war ein Kraftakt, der nur durch ein gutes Miteinander zu bewältigen war", bedankte sich Bürgermeister Beck beim Träger, der katholischen Kirche. "Dass die Gemeinde den Weg zur Familienfreundlichkeit eingeschlagen hat", fand das volle Lob von Landrat Günther Denzler. Das klassische Familienmodell habe heute ausgedient, da nur noch selten der Vater als Alleinverdiener die Familie ernähre. Dazu komme ein weiterer Aspekt: Junge, gut ausgebildete Frauen würden auch als Mütter möglichst schnell in den Beruf zurückkehren.

Die Kinder selbst würden in der Krippe die Freuden aber auch die Grenzen erleben, die eine Gruppe setze. Dies sei prägend fürs Leben und eine wichtige Erfahrung für die Sozialisation der Kinder. Die Ortsgeistlichen, Pfarrer Wolfgang Eßel und Pfarrer Andreas Steinbauer, spendeten den kirchlichen Segen.