Als am Samstagabend vier junge Musiker die Bühne der Music Base auf der Nutzung betreten, schallt es aus dem Publikum: null zwei zwei! Denn das ist ihr Name, so heißen die Jungs, die seit mittlerweile zwei Jahren zusammen Musik machen. Am Samstag folgte der bisherige Höhepunkt.
Denn da starteten sie ihr eigenes Festival. Bereits ab 15 Uhr spielten auf der Music Base Rapper und Hip-Hopper. Neben der Band "Null Zwei Zwei" spielten auf dem gleichnamigen Festival auch Schwarzkopfanarchie, Neno, Bobby Prime & Maxodus, Charles Junior, Zed, Mikail, Ustad Phelios, DMY, Martinafg & Shox und Trae Hinerich.
Doch das Highlight des Festivals waren die Jungs selbst, die schon seit zwei Monaten in den Planungen für das Festival stecken. Und sie heizten den über 200 Zuschauern ordentlich ein. Bei angenehmen Temperaturen ließen es sich die Gäste mit kühlen Getränken und Shisha den Tag über gut gehen.
Eigentlich sind sie zwanzig Leute, auf der Bühne allerdings standen nur fünf. Der Rest nämlich kümmerte sich um organisatorische Dinge, um die Sachen, die im Hintergrund laufen müssen. Generell, so versichern die Musiker, helfe jeder jedem.
"Wir sind eine Familie", erzählt Rapper Vitali. So hat es "Null Zwei Zwei" schon gegeben, bevor es für sie überhaupt Musik gab. Sie kennen sich schon über Jahre hinweg, Rap kam hingegen erst vor zwei Jahren hinzu.
Sie alle haben viel durchgemacht, haben ihre persönlichen Probleme. Doch sie haben einen Weg gefunden, damit umzugehen: Rap. "Rap öffnet ein Ventil", erklärt Kenny, der teilweise auch selbst am Mikrofon steht. Es ist eben jenes Ventil, um "Luft rauszulassen", um Probleme anzusprechen.
Diese Leidenschaft konnte man auch am Samstagabend beobachten, als die Jungs auf der Bühne standen. Dabei möchten sie aber noch hoch hinaus und ihre Stadt Herzogenaurach auch national gut repräsentieren. Ein erster Schritt dafür wurde am Samstag getan. Die Zusammenarbeit mit der Musikinitiative (MIH) jedenfalls klappte sehr gut, wie Rapper Vitali anmerkt. Er schätze es, dass die Musikinitiative keine Vorurteile gegenüber Rap hat und dass man auch gemeinsame Projekte startet.
Sicher sind sie sich aber auch, dass sie schon nächstes Jahr wieder solch ein Festival veranstalten wollen, dann aber noch ein Stückchen größer.