Marina Fleischmann sitzt mit einer Gruppe Kinder auf einem Polster am Boden. Sie wollen sich über ein Bilderbuch unterhalten. Das hat die Erzieherin auf der breiten Fensterbank der Kindertagesstätte Villa Regenbogen abgelegt. Das ist ein praktischer Platz, um Dinge schnell zur Hand zu haben.

Die Kinder haben viele Fragen, die Kinder wollen allerhand erzählen. Fleischmann konzentriert sich sehr darauf. Doch mit der Zeit spürt sie, dass ihr am Rücken kühl wird. Als würde von großen Fenster kalte Luft hereinströmen. Ihr fällt auf, dass die Scheiben schon wieder zu beschlagen beginnen.

Das war eine der Erfahrungen, die die Kindergartenleitung Frank Zugbaum übermittelte. Zugbaum arbeitet für Ecocontec. Seit fast zehn Jahren kümmert sich die Fachfirma um Energieeffizienz und energetische Ertüchtigung in Adelsdorfs öffentlichen Gebäuden.

Warme Luft steigt nicht auf

Zugbaum prüft die Schilderungen der Kindergärtnerinnen mit dem Thermometer nach. Auf Höhe der Heizkörper zeigt es 22,3 Grad, oberhalb der breiten Holzfensterbänke hinter der Glasscheibe sind es nur 16,9 Grad. Das ist auch jedem Laien verständlich: Die warme Luft steigt hier nicht auf.

"Das erklärt auch das Beschlagen der Scheiben", berichtet Zugbaum im Finanzausschuss des Adelsdorfer Gemeinderats. Der hat den Fachmann um einen Bericht gebeten, was im Kinderhaus getan werden könne und müsse. Um in den kommenden und Folgenden Gemeindehaushalt die nötigen Summen einzuplanen.

Das Gebäude, das knapp 20 Jahre alt ist, steht nach seiner Einschätzung gut da. "Der Verbrauch an Heizstoffen ist gerechtfertigt; der Stromverbrauch im Vergleich zu 900 Kindergärten in ganz Deutschland ist gut", führt er aus. Und lobt die Erzieherinnen für ihren achtsamen Umgang mit Energie.

Das Kältegefühl an den Fenstern und die Gebäudeecken sowie das Kondensat an den Scheiben sind für Zugbaum die Schwachstellen des Hauses. Aber er versichert dem Ratsgremium: "Das lässt sich durch Kleinigkeiten verbessern." In Abständen sollen in die massiven Holzbretter Schlitze gesägt und Lüftungsgitter eingesetzt werden. Dann steige die Luft ordnungsgemäß auf. Die Temperatur verteile sich dann gleichmäßig und Kältegefühl wie Kondensat würden verschwinden.

En passant gibt er auch einen Rat für Räume mit Fußbodenheizung. Hier sollte man einen halben Abstand lassen zwischen einem Möbelstück und der Wand mit Fenster. Sonst könnten die gleichen Phänomen wie in der Villa Regenbogen auftreten.

Die zweite Empfehlung des Spezialisten betrifft die Heizung. 6000 Euro wendet die Gemeinde für 70.000 Kilowattstunden auf. Flüssiggas, das in Tanks gelagert wird. Die sind klein und müssen deshalb in der Heizperiode alle zwei Monate aufgefüllt werden.

Zusätzlich haben schon die Erbauer eine Anschluss an eine Erdgasleitung einbauen lassen. Darauf möchte Zugbaum zurückgreifen. Denn eine Hauptleitung verläuft auf der Westseite der Staatsstraße. Ein Stich könnte eingerichtet werden.

Erdgas kommt billiger

Die Anschlusskosten belaufen sich nach Zugbaum inklusiver Brennerwechsel auf gut 9000 Euro. Erdgas kommt im Jahr um rund 2000 Euro billiger. Die Investition hätte sich in fünf Jahren amortisiert.

Würde heute der ganze 21 Jahre alte Heizkessel ausgewechselt, käme das auf 22.000 Euro. Verrechnet mit der Ersparnis, amortisiert sich das in acht Jahren. Controller Wolfgang Mößlein plädierte dafür, damit noch einige Jahre zu warten bis zur Generalsanierung des ganzen Gebäudes in etwa zehn Jahren. Ein Anschluss an das gemeindliche Fernwärmenetz wurde wegen der Entfernung ausgeschlossen.