Am Ende der letzten Sitzung des Jahres war sich der Gemeinderat Hemhofen über alle Fraktionen einig: Die Planungen für eine dezentrale Lüftungsanlage im Rahmen der Sanierung der Grundschule werden zum derzeitigen Zeitpunkt abgelehnt. Der Vortrag von Thomas Weber vom zuständigen Planungsbüro Weber aus Forchheim habe ihn nicht überzeugt, sagte Marcus Wölfel (CSU). "Hier fehlen einfach zu viele Fakten, besonders in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit". Ähnliche Kritik dazu kam auch aus den Reihen der Freien Wähler und aus der Grünen-Fraktion. Thomas Koch (Freie Wähler) äußerte zudem Bedenken, ob man sich diese Lösung leisten könne und Monika Rosiwal-Meißner (Grüne) wünschte sich für eine zukünftige Abstimmung mehr Praxiserfahrungen zum Vergleich. Der von den Planungen durchaus überraschte Rektor der Schule, Herbert Winter, versprach, sich selbst entsprechend zu informieren.

Der Diskussion vorangegangen war die Darstellung der beiden Optionen für eine Verbesserung der Luftqualität in den Klassenräumen. Dass das bei der rund 5 Millionen Euro teuren Sanierung Berücksichtigung finden soll, ist unstrittig. Bessere Luft fördert die Konzentration und kann Allergien vorbeugen.

Allerdings bestehen zwischen der günstigen Ampel-Lösung und einer dezentralen Lüftungsanlage erhebliche Kostenunterschiede. Bei einer Ampel-Lösung würden in den Klassenräumen entsprechende Sensoren installiert um die -Konzentration im Raum zu messen. Signalleuchten würden dann jeweils anzeigen, wann Fenster geöffnet werden müssten. Eine solche Lösung könnte bereits für circa 15 000 Euro realisiert werden, erklärte Thomas Weber. Ein Nachteil: Der Unterricht würde durch das Lüften häufig unterbrochen.

Deutlich teurer wäre die dezentrale Variante, bei der jeder Klassenraum mit einer automatischen Lüftungsanlage bestückt werden würde. Rund 422 000 Euro würde eine solche Maßnahme verschlingen. Unter diesen Vorgaben waren die Zweifel des Gemeinderats durchaus verständlich. Man wünschte sich nicht nur mehr Informationen zur Wirtschaftlichkeit des Systems, sondern auch zur möglichen Belästigung durch Lärm oder Zugluft durch diese Geräte.

Letztendlich beschloss man, den Förderantrag im weiteren Planverfahren zunächst mit der Ampel-Lösung zu stellen. Dritter Bürgermeister Reimer Hamm plädierte dafür, bei entsprechender neuer Faktenlage das Verfahren anzupassen. Das Ingenieurbüro Weber wurde aufgefordert, eine detalliertere Planung vorzulegen. Im Frühjahr will sich der Gemeinderat dann nochmals mit dem Thema befassen.

Genehmigt wurde letztendlich noch ein kleinerer Posten von 12 000 Euro zur Ausstattung des Schulgebäudes mit Glasfasertechnik.