Anfangs konnten sich die Lonnerstadter Grundbesitzer nicht einigen und ließen ein gemeinsames Projekt mit Höchstadt und Wachenroth platzen. Jetzt preschen sie in Sachen Windräder auf eigene Faust voran. Im kommenden März soll mit dem Bau von fünf Windkraftanlagen im Lonnerstadter Teil des ausgewiesenen Gebietes zwischen Lonnerstadt, Weingartsgreuth und Höchstadt begonnen werden.

Am 31. Juli erteilte das Landratsamt die Baugenehmigung für die fünf Windräder mit einer Nabenhöhe von 141 Metern. Damit erreichen sie eine Dimension wie die Windräder in Mühlhausen. Nur der Rotordurchmesser - in Mühlhausen liegt er bei 112 Metern - soll bei den Lonnerstadter Rädern auf 117 Meter wachsen.

Als Projektierer und Bauherr tritt wie in Mühlhausen die Firma "Wust - Wind und Sonne" auf. Wie Prokuristin Nadine Paulus erklärt, werde ihre Firma das Projekt als Generalunternehmer schlüsselfertig an die Betreibergesellschaft, die "Bürger-Windenergie Lonnerstadt GmbH und Co. KG", übergeben.

An dieser Betreibergesellschaft können sich jetzt alle interessierten Bürger beteiligen. In einer ersten Runde sind dies die Bewohner aus den Orten, von denen aus man die Windräder sieht: neben Lonnnerstadt auch Höchstadt, die Gemeinden der VG Höchstadt, Pommersfelden, Uehlfeld, Adelsdorf und Weisendorf.

Rund 6,2 Millionen Euro sollen von den Bürgern aufgebracht werden. Den Rest des insgesamt auf etwa 21 Millionen Euro veranschlagten Projekts sollen Banken übernehmen. "Wir wollen die Wertschöpfung in der Region lassen", sagt mit Herbert Krafft einer der Initiatoren. Ihm schwebt vor, die Kreissparkasse Höchstadt und die VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach mit ins Boot holen.

Die nächste Informationsveranstaltung zu den Lonnerstadter Windrädern findet am Freitag, 19. September, um 19 Uhr im Gasthaus "Zur Sonne" statt. Hier wollen Herbert Krafft und Nadine Paulus die Interessenten über den konkreten Stand der Planungen informieren.

Durch die jüngste Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gehe die Einspeisevergütung für den produzierten Strom um rund sechs Prozent zurück, hat Nadine Paulus vom Generalunternehmer hochgerechnet. Trotzdem ist sie überzeugt, dass für Beteiligungen an der Betreibergesellschaft eine deutlich höhere Rendite winkt, als sie derzeit Geldinstitute bieten können. Paulus: "Wir streben eine Rendite von fünf Prozent bei einer Laufzeit von 20 Jahren an."

Für die Anleger rentieren sollen sich Investitionen in Windräder auch dann, wenn der Wind einmal nicht so stark bläst wie prognostiziert. Beispielsweise liege der Wind in ganz Bayern heuer unter dem Index, sagt nadine Paulus. Im nächsten Jahr könne sich das aber schon wieder ändern.

Proteste aus der Bevölkerung gegen die fünf auf Lonnerstadter Flur geplanten Windräder sind kaum zu hören, sagt Bürgermeister Stefan Himpel (FW). Die Abstände zwischen Windrad und der nächsten Wohnbebauung schwanken zwischen 934 (nach Ailsbach) und 2500 Meter. Auch der Höchstadter Stadtrat, der zunächst Probleme bei der Erweiterung des Baugebietes Häckersteig befürchtete, hat zugestimmt.