Einstimmig und ohne große Diskussion verabschiedete der Lonnerstadter Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Haushalt für 2014. Für den Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Höchstadt, Reinhard Holzenleuchter, war dies vor seiner Pensionierung der letzte Lonnerstadter Haushalt. Mit dem 4,4-Millionen-Zahlenwerk verband er auch ein dickes Lob an die Gemeinderäte.

"Lonnerstadt war immer unser Sorgenkind, aber jetzt ist die Gemeinde finanziell dort, wo sie sein sollte", stellte der Kämmerer fest. Die stetige Erfüllung der gemeindlichen Aufgaben sei gesichert. Dieses Urteil begründet Holzenleuchter mit den in diesem Jahr erwarteten Steuereinnahmen.

Über eine Million

Aus der Einkommensteuer der Lonnerstadter Bürger rechnet der Kämmerer heuer mit einem Anteil von über einer Million Euro. Das sind 32 Prozent der Gesamteinnahmen im Verwaltungshaushalt. Dazu sind 250.000 Euro (27 Prozent) Gewerbesteuereinnahmen angesetzt. Im Verwaltungshaushalt ergibt sich unterm Strich ein Überschuss von 226.000 Euro, der im Vermögenshaushalt für Investitionen verwendet werden kann.

Am meisten Geld fließt in diesem Jahr in die teilweise Erneuerung der Mühlgasse. 210.000 Euro sind vorgesehen. Damit wird die Mühlgasse am westlichen Ortsrand in Höhe der ehemaligen Raiffeisen-Gebäude auf einer Länge von etwa hundert Metern komplett neu gestaltet. Von der Städtebauförderung erwartet Lonnerstadt einen Zuschuss von 60 Prozent.

Mit dieser gemeindlichen Baumaßnahme einher geht die Neugestaltung der Verkehrsflächen und des Eingangsbereichs der Firma Mühlenbautechnik Bruckmann, die in den ehemaligen Raiffeisen-Bauten ihr Domizil aufgeschlagen hat. Wie Regina Bruckmann - auch Gemeinderätin der Freien Wähler - auf Anfrage des FT erklärte, werden die Kosten natürlich dem jeweiligen Grundstückseigentümer zugeordnet. Das ist einmal die Gemeinde und dann das europaweit tätige Mühlenbau-Planungsbüro mit inzwischen sechs Mitarbeitern. Die Gemeinderätin achte besonders darauf, dass hier klar getrennt werde.

Anwohner werden nicht belastet

Die anderen Anwohner werden für den Ausbau des Mühlgassen-Teilstücks nicht zur Kasse gebeten. Weil der Abschnitt insgesamt relativ kurz ist, müsse nichts umgelegt werden, sagt die Gemeinderätin.

Weitere im Haushalt 2014 geplante Investitionen sind unter anderem 120.000 Euro für die Sanierung des Kleebauernhauses, 44.000 Euro für die Kelleranlage mit Zufahrt, 14 000 Euro für einen Musikpavillon an den Kellern, 15.000 Euro für Toiletten am Brunnenhaus und 20.000 Euro für Urnengräber am Lonnerstadter Friedhof.
Ein Thema mit Sprengwirkung, das in diesem Haushalt noch nicht berücksichtigt ist, sprach Günter Rost (SPD) an: 17 Prozent des Trinkwassers, das Lonnerstadt von der Fernwasserversorgung Franken bezieht, muss zwar von der Gemeinde bezahlt werden, verschwindet aber in dunklen Kanälen. Rost: "Das sollten wir erforschen."

Bürgermeister Stefan Himpel (FW) berichtete von 40 Wasserrohrbrüchen im vergangenen Jahr. Offensichtlich werde das Lonnerstadter Wasserleitungsnetz - übrigens noch das erste - immer maroder. Kämmerer Holzenleuchter legte den Räten nahe, dieses Thema anzugehen, liege der Trinkwasserpreis mit zwei Euro pro Kubikmeter doch jetzt schon relativ hoch.