Die konventionelle Straßenbeleuchtung in der Höchstadter Innenstadt erfüllt ihre Funktion. Die Lampen unterschiedlicher Bauart spenden soviel Licht, dass Fußgänger nachts ihren Weg finden. Wie die Beleuchtung aber auch funktionieren könnte, sehen Passanten, die dieser Tage durchs nächtliche Höchstadt spazieren.



Dozent Michael Müller von der Hochschule Coburg hat mit einem Studenten-Team die Höchstadter Kulturmeile so illuminiert, dass auf einigen Abschnitten die herkömmliche Straßenbeleuchtung ersetzt werden könnte. Auf der Meile zwischen Kellerberg und Fortuna Kulturfabrik wurden eine ganze Reihe historischer Bauten mit ihren schmucken Fassaden in besonderes Licht getaucht.

Am Kulturfeuerwerk-Wochenende sollte die Illumination die Gäste beeindrucken. So hatte es der Stadtrat im Mai beschlossen. Jetzt läuft die Testphase weiter, nach der der Stadtrat darüber beraten will, ob daraus eine Dauerlösung werden könnte.

Für den Licht-Experten Müller steht das Urteil schon fest: "Höchstadt braucht eine atmos-phärische Beleuchtung, die zum Verweilen einlädt." Wie er am Mittwoch im Gespräch mit dem FT erklärte, würde er einen Teil der Straßenbeleuchtung durch eine spezielle, hochwertige Architekturbeleuchtung ersetzen.

Müller hat auch schon eine Vorschlagsliste für einzelne Objekte. Dazu zählen Kellerhäuschen am Kellerberg, Spitalkirche, Töpfla, Pfarrkirche St. Georg, Rathaus, Marktplatz, Hauptstraße bis einschließlich Stadtturm. Dabei würde die indirekte Beleuchtung so angebracht, dass sie nicht in die Fenster strahlt.

Für die Stadt wäre das allerdings ein "größeres Unterfangen", meint Müller. Man käme an Tiefbaumaßnahmen nicht vorbei. Leerrohre und Fundamente müssten gelegt werden und man bräuchte ein Konzept, was wie gemacht werden soll.


Kommentar von Andreas Dorsch:


Es hat gezündet

Es soll auch Menschen geben, die das Höchstadter Kulturfeuerwerk vom vergangenen Wochenende nicht ohne Kritik haben zünden sehen. Manchem waren es einfach zu viele Veranstaltungen - "man kam ja gar nicht rum" - , anderen lagen die Locations zu weit auseinander und wieder andere beklagten sich, dass sie beim Abschlusskonzert auf den Aischwiesen am Bierstand zu lange anstehen mussten. Ja, es hat etwas gedauert, bis man sein Weißbier bekam. Dafür konnte man hinter der Theke Damen und Herren am Ausschank schuften sehen, die man sonst nur aus den Büros im Rathaus kennt. Allein das war schon die etwas längere Wartezeit wert. Der gesamten Verwaltung, vom Bauhof bis zum Kämmerer, kann man nur ein dickes Lob aussprechen. Die Stadt Höchstadt hat mit dem Kulturfeuerwerk einen breiten, abwechslungsreichen Veranstaltungsreigen geboten, der Tausenden von Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Was da am Marktplatz, am Kellerberg, in der Hauptstraße, im Engelgarten und auf den Aischwiesen gezündet wurde, wird ebenso in die Geschichte der Stadt eingehen, wie die Events im Jubiläumsjahr 2003. Gekrönt von einem bombastischen Feuerwerk, dessen Kosten sich mit einem mittleren vierstelligen Betrag sogar noch in Grenzen halten. Was bleibt? Die Illumination der Kulturmeile.Vom Kellerberg bis zur Fortuna Kulturfabrik tauchten Beleuchtungsprofis markante Gebäude in völlig neues Licht. Fürs Fest nur als Provisorium, die Stadtväter sollten es zur Dauerlösung machen.
a.dorsch@infranken.de