Volles Programm boten die Aischer Fischer am Samstag. 25 Jungfischer reinigten zusammen mit Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) am Vormittag beim Umweltschutztages die Aischufer nebst Nebenbächen vom Wohlstandsmüll. Zur Belohnung konnten sie bei der fränkischen Schlachtschüssel um die Mittagszeit kräftig zugreifen, zu der auch viele Freunde der Petrijünger gekommen waren und es sich schmecken ließen.

Musikalische Familie


Am Abend lud Vitus Kramer zum 10. Fränkischen Singabend in die Petri-Heil-Stube ein. "Die Musik wurde mir und meinen fünf Geschwistern gleichsam in die Wiege gelegt", erzählt Kramer in einer Sangespause. Er stammt aus einem musikalischen Haus und sein Vater war über 30 Jahre Vorsitzender im Gesangverein seines Heimatortes Zentbechhofen. Inzwischen leitet Vitus schon lange zwei Männerchöre und spielt Orgel.
Seinen ersten Singabend veranstaltete er am 5. Oktober 2007 im Probenraum des Pfarrhauses von Zentbechhofen. "Es war eigentlich nur ein Versuch, aber dann musste ich gleich noch zwei Abende im Gasthaus in Greuth und bei der Förtschwinder Feuerwehr halten", erzählt er. "Mir ist der Erhalt und die Verbreitung des fränkischen Liedgutes ganz wichtig. Oft singt mir jemand eine Melodie vor, weil er die Noten nicht kennt und ich schreibe diese dann aus dem Gehörten auf."
Inzwischen ist sein Liedschatz auf 99 Lieder angewachsen. Die letzten elf Lieder wurden jetzt in der zehnten Singrunde vom begeisterten Publikum gesungen. "Das erinnert mich an meine Kindheit", schwärmt Erika van Lent, eine der ganz eifrigen Sänger, die keinen Vitus-Abend versäumen will. "Der Singabend mit Vitus ist immer super, so unterhaltsam und lustig", bekräftigt auch ihre Nachbarin Marga Frenzel und beide singen begeistert mit. Von amore, vom Höchstadter Kellerberg, vom Scheißhausdächla, vom Frankenwein, von heiklige Zuständ und dem Lumpenmann singen die Wirtshausgäste und von Witzen aus dem Publikum unterbrochen vergeht der Abend wie im Flug.

"Ich tue mein Bestes"


Nicht genug können die Sangesfreunde bekommen und Hannelore, Kramers Ehefrau, die als Notenwartin fungiert, kommt fast mit dem Austeilen der Liedblätter nicht nach. "Ich bleibe mit meinem Wirtshaussingen in der Umgebung von Zentbechhofen und mache auch Abstecher nach Stolzenroth, Wachenroth, Hesselberg, Aisch, um nur einige Orte zu nennen. Ich tue mein Bestes, dass das Wirtshaussingen nicht so bald ausstirbt, aber es sind doch mehr die etwas älteren Menschen, die kommen", meint er nachdenklich.
"Ich hatte aber auch schon drei Generationen an einem Tisch zum Singen. Das Durchschnittsalter beträgt etwa 55 Jahre." Am Ende des kurzweiligen Singabends verteilt Hannelore noch eine Liste mit den 99 Liedern. Jeder darf 15 Lieblingslieder ankreuzen. "Für mich ist es interessant zu wissen, was bei den Leuten am besten ankommt. Einige dieser Lieder nehme ich dann ins Herbstprogramm mit auf", erklärt Kramer.

Rausschmeißer zum Schluss


Übrigens, wenn die ganze Wirtsstube alte Lieder singt, muss nichts an die Gema bezahlt werden. Ein großes Lob spricht Kramer seinen Aischer Sängern aus: "Ihr seid wirklich gut. Mit euch macht es Spaß!" Dann packt er sein Akkordeon und spielt noch einen Rausschmeißer. Vitus' Singabende kosten übrigens keinen Eintritt und wer mal Lust auf einen Singabend mit Kerwasliedla hat, auch das hat der engagierte Musiker im Repertoire. "Für echt fränkische Kerwasliedla kann ich extra Singabende anbieten."

Freitag, 13. April Feuerwehrhaus in Hesselberg

Freitag, 27. April Gasthaus Hopf in Stolzenroth

Samstag, 28. April Schützenheim in Höchstadt

Sonntag, 15. Juli beim Weppersdorfer Dorffest

Die Herbsttermine werden im September bekanntgegeben.