Nachmittag hat der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Fürth Haftfortdauer gegen den 39-jährigen Gastwirt aus Emskirchen angeordnet. Er wird beschuldigt, in der Nacht zum 6. Juni seine Lebensgefährtin getötet zu haben. Deshalb wurde er am Dienstag verhaftet. Der Mann hat nun gestanden, seine Verlobte Nadine K. erwürgt zu haben.

Er hat umfangreiche Angaben gegenüber dem Richter gemacht, aber keine zum Tatmotiv. Er könne sich nicht erinnern, teilte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Antje Gabriels-Gorsolke mit.

Soko Wassergasse

Der Beschuldigte gab an, möglicherweise seine Verlobte in der Wohnung in Emskirchen getötet zu haben. Wie er dann an die Aisch gekommen sei, wisse er ebenfalls nicht.

Auf die Spur des Mannes ist die Soko Wassergasse der Kripo in Ansbach bei ihrer Suche nach Zeugen gekommen. Sie forschte nach Personen, die sich in der Nähe des Fundorts des Autos der Getöteten in Gerhardshofen aufgehalten oder dort Beobachtungen gemacht hatten. Das Auto war in der Straße Wassergasse gefunden worden, nach der die Sonderkommission ihren Namen erhielt.

Bei ihren ausgedehnten Recherchen stieß die 20-köpfige Soko auf einen Zeugen, der in der Zeit um den Tatzeitpunkt von einem Mann gebeten worden war, ihn im Fahrzeug mitzunehmen. In diesem Fahrzeug wurden schließlich DNA-Spuren gefunden, die dem Verlobten der Getöteten zugeordnet werden konnten. Daraufhin wurde der 39-Jährige verhaftet.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Frau in der Nacht zum 6. Juni getötet wurde. Noch an diesem Donnerstag meldete der Verlobte die 32-Jährige als vermisst. Das Paar steckte zu diesem Zeitpunkt mitten in den Vorbereitungen für die Hochzeit, die angeblich am 15. Juni stattfinden sollte.

Die Polizei leitete sofort eine Suche ein. Ein Zeuge entdeckte schon einen Tag später, am Freitag, 7. Juni, das Auto in Gerhardshofen. Auffällig war dabei, dass ein Teil der Bekleidung der Getöteten daneben lag. Sofort wurde eine große Suchaktion ausgelöst. Zuerst waren neben Bereitschaftspolizisten auch Feuerwehr und Wasserwacht beteiligt. Eine Tauchergruppe suchte die Hochwasser führende Aisch ab.

Suche auf Facebook

Als keine Hoffnung mehr bestand, die Frau lebend zu finden, wurden zwei Leichensuchhunde der Polizei ins Gelände geschickt. Der eine wurde fündig. Er erschnüffelte die nur mit einem Strumpf bekleidete Leiche im Fluss. Da der Körper im Halsbereich Verletzungen aufwies, lag nahe, dass die 32-Jährige Opfer einer Straftat sein könne. Die rechtsmedizinische Untersuchung bestätigte inzwischen die Gewalteinwirkung.

Der Gastwirt postete seine Suche nach seiner Verlobten sogar auf Facebook. Er stellte dort ein Bild seiner Verlobten ein. Die Kerzen und Totenlichter, die an der Autofundstelle abgestellt wurden, sind mit der gleichen Aufnahmen beklebt. Der Beitrag des Mannes erhielt viel Aufmerksamkeit von den Nutzern des Social-Media-Portals: Als bekannt wurde, dass die Leiche der Frau geborgen worden war, bekundeten ihm weit über 100 Personen ihre Anteilnahme.