Zeitgleich verwirklicht die Lebenshilfe in diesem Jahr zwei Bauprojekte. Beide haben sie jetzt in den ersten Frühlingstagen begonnen, beide sind in Herzogenaurach und für beide ist es höchste Zeit geworden. Das verdeutlichte Geschäftsführer Josef Hennemann im Pressegespräch. Gemeint sind der Neubau der Frühförderung und die Erweiterung der Aurachwerkstatt.

27 Jahre lang war die Lebenshilfe mit ihrer Frühförderung im ehemaligen Wirtshaus der Familie Süß in der Ortsmitte des Weisendorfer Ortsteils Buch untergebracht. Es ist das dienstälteste unsanierte Gebäude der Lebenshilfe, wie Hennemann erläuterte. Vor allem hatte man immer wieder Probleme mit der Betreuung, weil das Haus nicht barrierefrei ist, ergänzte Carsten Lang, Leiter des medizinischen Dienstes.

Also hat man sich auf die Suche nach einer neuen Unterkunft begeben. Das war vor etwa drei Jahren. Es wurde Objekte besichtigt, die man angemietet hätte. Es wurden Häuser angeschaut, die man gekauft und umgebaut hätte. Allein, so erläutert Hennemann, "wir haben alles wieder verworfen. Das mit der Barrierefreiheit ist gar nicht so einfach".


Architekt orientierte sich an den Bedürfnissen



Das ist bei einem Neubau ganz anders. So konnte sich der Architekt Michael Huppenkothen gut auf die Bedürfnisse einstellen. In etwa einem Jahr soll das neue Domizil der Frühförderung fertig werden, das Grundstück in der Einsteinstraße 26, direkt vor der Firma Dirsch, ist abgeschoben, der Bau kann beginnen. 600 Quadratmeter Nutzfläche werden auf zwei Etagen entstehen. Im Erdgeschoss ziehen Verwaltung, Leiter und Betreuer ein. Bis zu 22 Personen gleichzeitig werden dort arbeiten. Und im Obergeschoss entstehen zehn Behandlungsräume. Die Baukosten werden mit 1,7 Millionen Euro angegeben.

Für den Standort Herzogenaurach hat man sich deshalb entschieden, weil man zusammen mit der Außenstelle in Höchstadt dann den westlichen Landkreis flächendeckend betreuen kann. Rund 240 Kinder besuchen laufend die Frühförderung.

Dass die Erweiterung der Werkstatt zeitgleich beginnt, steht in keinem Zusammenhang. Die Räume seien schon lange zu klein und eng geworden, die Zahl der Mitarbeiter sei kontinuierlich angewachsen, sagt Hennemann. 170 Beschäftigte zählt die Aurachwerkstatt an der Würzburger Straße.

Der Erweiterungsbau wird dort auf drei Etagen stattfinden. Die Kosten bezifferte der Architekt auf zwei Millionen Euro. Der letzte Umbau hatte 2005 stattgefunden. Die Erweiterung kann auf einem Parkplatz durchgeführt werden, den die Lebenshilfe von der Stadt erwarb. Bis zum Bau der neuen Zentrale hatte die Firma Puma die Fläche für Mitarbeiterautos der Verwaltung in der Würzburger Straße gepachtet.

Die Lebenshilfe-Werkstatt arbeitet mit mehreren großen Firmen zusammen, wie Werkstattleiter Matthias Rein berichtet. Dazu gehören Schaeffler (Herzogenaurach), Siemens (Erlangen), Martin Bauer (Vestenbergsgreuth), Playmobil, Ullrich (Tennenlohe), Helmholz (Großenseebach), Soldan (Adelsdorf) und andere mehr.