"Gerade in der Landwirtschaft sehnen wir uns nach Regen - also müssen wir das Wetter so nehmen, wie es ist", begrüßte Landrat Alexander Tritthart (CSU) bei schattigen zwölf Grad die Gäste des Kreiserntedankfestes. Über 1000 Besucher fanden im Lauf des Tages den Weg zum Hof von Familie Rudolph in Oberndorf bei Möhrendorf.

Nach einer ökumenischen Wortandacht sprach Kreisbäuerin Evi Derrer und bedauerte: "Heutzutage wird im Supermarkt ,geerntet‘. Solange die Regale gefüllt und die Preise gleichbleibend niedrig sind, geht die Demut vor der Natur verloren." Sie erläuterte die Bedeutung der grünen Kreuze, die zurzeit auf Feldern zu sehen sind. "Sie stehen für Tiere auf Bauernhöfen statt in Agrarfabriken, für Dünger nach Bedarf statt nach Frist und für heimische Lebensmittel statt Fleisch aus Übersee."

Zu den Gästen zählten auch Erntehoheiten aus dem Landkreis und darüber hinaus. Bier-, Wein-, Karpfen-, Kirschen- und Meerrettichkönigin froren bitterlich in ihrem Ornat. Den Krenweibern, warm eingepackt in ihrer Tracht, schienen die Temperaturen hingegen nichts auszumachen.

Beeindruckende Bulldogs

Besucher konnten sich auf dem Regionalmarkt mit heimischen Produkten eindecken wie Schnaps aus Falkendorf, Seifen und Schmuck aus Etzelskirchen oder "Gutes aus Franken" aus Herzogenaurach. Leonhard Burkard, Seiler aus Schlüsselau, und Korbmacher Augustin Friedrich aus Altendorf präsentierten ihr Handwerk. Kinder durften einen Blick in die Kälbchen-Kinderstube werfen.

Die Bulldogfreunde Buch waren mit 17 von ihren schönsten Oldtimer-Traktoren angerückt. Technik und Aussehen der Schlepper-Parade begeisterten Jung und Alt. Roland Maier aus Buch hatte mit seinem 1967er-Mc Cormick einen Lanz aus dem Jahr 1939 mitgebracht. "Der ist 40 Jahre gestanden. Die hinteren Reifen sind noch original."

Bei der Wasserradführung mit dem Möhrendorfer Bürgermeister Thomas Fischer (CSU) kam allerdings ein moderner Traktor zum Einsatz. Bernd Rudolph zog die Besucher im Planwagen über die abgeernteten Äcker zu den Baudenkmälern an der Regnitz. "Von den 250 Wasserschöpfrädern, die es früher von Nürnberg bis Forchheim gab, existieren heute noch 15, zehn davon in Möhrendorf", so Fischer. Früher halfen die Räder, den Ernteertrag dank Bewässerung der Felder zu steigern.

Der Musikverein Möhrendorf spielte mit klammen Fingern fetzige Musik und der Fränkische Volkstanzkreis Steigerwald aus Lonnerstadt, der mit sechs Tanzpaaren angereist war, zeigte bestens gelaunt, wie flott man in schmucker Festtagstracht tanzen kann.