Sein erstes Instrument war ein Akkordeon, erzählt der Komponist Hans-Günther Allers, der schon mehrere Wettbewerbspreise gewann. Auf der ersten Seite seiner Biografie berichtet der Hamburger darüber, wie er zur Musik kam. Wenn sein Vater auf dem Akkordeon spielte, ahmte er als kleiner Bub dessen Bewegungen nach. Seine Mutter bemalte ihm einen Karton so, dass er dem Instrument seines Vaters ähnelte. Schließlich bekam er ein Echtes. "Mein Vater brachte mir die Noten und ersten Akkorde bei", sagt er und lächelt. Sogar als der Krieg gewesen sei, hätten sie sich mit der Musik vom Bombenlärm abgelenkt.

Studium der Komposition

Als er mit der Schule fertig war, arbeitete er in einem Musikgeschäft und führte dort die Instrumente vor. Dadurch lernte er viele Musiklehrer kennen, die sein Talent erkannten. "So konnte ich Musik studieren."

Da er schon mit 16 Jahren die Songtexte einer Freundin vertonte und in Trossingen das Musiklehrerexamen abgeschlossen hatte, wollte er noch das Studium der Komposition in Hamburg absolvieren. Mit 30 wurde er Klavierlehrer. "Für mich war es immer das Wichtigste, dass ich komponieren kann", sagt der 84-Jährige.

Seinen ersten Preis gewann er 1984 im Kompositions-Wettbewerb der Internationalen Horngesellschaft mit dem Stück "Trio op. 27" für Horn, Violine und Klavier. Mittlerweile hat er schon 133 Kompositionen verfasst und ungefähr 80 Prozent davon seien auch durch Verlage gedruckt worden. "Und das alles per Hand. Ich schreibe manchmal Tag und Nacht." Und er war auch viel in Deutschland unterwegs und gestaltete Konzert wie "Eine vergnügliche Reise in die Musik".

Und an ein Ende seiner Arbeit kann er nicht denken. Sein neuestes Werk "Concertino op. 125" wird am 1. Februar in Düsseldorf an der Robert-Schumann-Hochschule uraufgeführt. Für ihn sei es einfach eine Berufung und wenn er seine Werke im Konzert hört, ist er glücklich.

Mittlerweile macht sich jedoch trotzdem in körperlicher Hinsicht das Alter bemerkbar und das Sehen bereitet dem Musiker Probleme. "Das macht es schwierig, die Noten zu schreiben. Aber meine Frau hilft mir dabei", sagt er und lächelt sie an.

Als er die Bürokauffrau 1974 kennenlernte, habe sie Ordnung in sein Leben gebracht und half ihm dabei, seine Werke an die Verlage zu verschicken. "Wir haben uns aber schon immer gegenseitig unterstützt", ergänzt seine Frau. Brigitta Allers ist selbst künstlerisch veranlagt und malt. Die Zeichnungen zu den Texten in der "Kleinen heiteren Anthologie für Musikfreunde" stammen von ihr.

Gemeinsam haben sie durch Allers Beruf als Komponist schon viele Reisen wie nach Brüssel gemacht und haben ihre Heimat in Burghaslach gefunden. 17 Jahre lang sind sie hier regelmäßig wieder hergekommen. "Hier war immer unser Stütz- und Ruhepunkt", sagt Brigitta Allers.

Neue Heimat in Franken

Ungefähr alle vier bis fünf Wochen seien sie hier gewesen und waren mittlerweile bei den Einheimischen bekannt. "1991 haben wir ein Angebot für einen Bauplatz bekommen", erzählt Hans-Günther Allers. Nach einer kurzen Bedenkzeit entschieden sie sich für den Bau eines Hauses und heirateten noch im selben Jahr.

Anlässlich seines 85. Geburtstags, den er am 17. Januar begeht, findet am 16. Februar in Burghaslach die Veranstaltung "Fagottisimo - Ein Festkonzert!" statt.

Neben Werken von Ozi, Mozart und Bach wird auch eines seiner eigenen Werke aufgeführt. Dieses komponierte er 2016, nachdem ihn Professor Nikolaus Maler von der Musikhochschule Nürnberg kurz vor seinem Urlaub anrief und um ein Stück für vier Fagotte bat.

Lachend meint er: "Wenn mir etwas einfällt, schreibe ich ihm ein Stück, habe ich damals gesagt." Ihm war bereits vor der Abreise eine Idee für die Melodie eingefallen und noch während des Urlaubs hatte er die Reinschrift in ungefähr 14 Tagen fertig. Wenn die Idee da sei, gehe es immer sehr schnell. "Vom Komponieren wird man zwar nicht reich, aber es macht mir einfach Spaß."

Karten für "Fagottissimo - Ein Festkonzert!"

Anlässlich des 85. Geburtstags Hans-Günther Allers findet das Konzert am Sonntag, dem 16. Februar 2020 in der Kulturtankstelle am Kirchplatz 9 in Burghaslach statt.

Kartenvorverkauf:

Die Karten kosten im Vorverkauf 12 und an der Abendkasse 14 Euro und sind an folgenden Orten erhältlich:

Burghaslach: Wachenröther Bäck im REWE-Markt, Gemeindeverwaltung (09552 93200), Robert Hofmann (09552 1854)

Scheinfeld: Schreibwaren Meyer am Tor

Weitere Veranstaltungen der Kulturtankstelle Burghaslach:

1. März: "So gehts dahin..." Fränkisches Kabarett mit Mc Neils & Winkler

5. März: IRAN - Einblicke in ein "anderes" Land, Mulitmediashow, Helmut Hof

31. März: Welcome to the Majik Music World, Live-Konzert mit Majiken

5. Mai: Welcome to the Majik Music World, Live-Konzert mit Paddy Schmidt

23. Mai: Kunst im Mai im Kunstparadies Alefri