Das Pfingstwochenende im Seebachgrund stand ganz im Zeichen des 25. Jubiläums der "Kleinen Kommunität der Geschwister Jesu", das mit einem Festgottesdienst mit Prälat Alois Albrecht in der Großenseebacher Kirche St. Michael gefeiert wurde. Die "Kleine Kommunität" ist im Weisendorfer Ortsteil Oberlindach beheimatet und durch einen Menschen bekannt, der andere beeindrucken kann.

Die Rede ist von Schwester Teresa Zukic, die Millionen von Deutschen durch ihre Fernsehauftritte sowie durch ihre vielen Vorträge und ihre Bücher bekannt ist. Die Musikerin, Malerin, Autorin und Ordensfrau Teresa Zukic gründete vor 25 Jahren in Pegnitz die Gemeinschaft. Nach ihrem ersten Fernsehauftritt 1992 vor einem Millionenpublikum in der damals bekannten Sendung "Schreinemakers live" ist Schwester Teresa als Skateboard fahrende Nonne bekanntgeworden. Es folgten weitere TV-Auftritte und Schwester Teresa war bei Lanz, Pilawa, Mross, Beckmann und in vielen weiteren Sendungen zu sehen.

Die vielen Besucher des Festgottesdienstes in St. Michael erlebten einen bewegenden und unvergesslichen Gottesdienst mit Prälat Alois Albrecht sowie den Pfarrern Lars Rebhan, Johannes Saffer und Franz Reus. Dazu trug nicht nur Schwester Teresa selbst bei, sondern auch die Sängerinnen Déborah Rosenkranz, Marisa Wilcke, der Chor "Sing and Pray", Liedermacher Johannes Roth, die "Kirchenmäuse" sowie Akteure vom Kindergottesdienst "Abenteuerland" und Schwester Claudia. Besonders freute sich Schwester Teresa über den Besuch von kirchlichen und politischen Vertretern aus Pegnitz, die mit dem Bus angereist waren, um mit ihr das Jubiläum zu feiern.

"Unfassbar, wie schnell die 25 Jahre vergangen sind. Am Pfingstfest 1994 durften wir die ,Kleine Kommunität der Geschwister Jesu‘ in Pegnitz gründen", blickte Schwester Teresa zurück. Wie sie erzählte, habe sie damals festgestellt, dass die Kirche oft noch zu weit weg sei vom Leben der Menschen, die Priester seien meist Einzelkämpfer, oft ohne Haushälterin, die die immer größer werdenden Aufgaben allein meistern müssen. Es müsste eine geistliche Gemeinschaft geben, dachte sich Teresa Zukic damals, mit der zusammen der Priester das lebt, was man als "Communio" verkündet.

In den ersten 17 Jahren durfte Schwester Teresa ihren Worten zufolge in Pegnitz als kleinster "Mosaikstein" der Kirche bei vielen Projekten mithelfen. Dazu gehörten Musicals und sieben Kirchenfestivals, das Kinderabenteuerland mit vielen Hunderten von Kindern und Jugendlichen über elf Jahre lang, vier verschiedene Chöre und Gottesdienste für Suchende, daneben die inspirierende Arbeit einer Gemeinde im Kirchenjahr.

Das sei das eine Standbein der Kommunität, das andere "missionarische Kirche" zu sein, auch über den Kirchturm hinweg. Katholikentage, Vorträge, Kongresse, immer wieder wurde Schwester Teresa eingeladen. In TV- oder Radiosendungen, in katholische, evangelische oder freikirchliche Gemeinden. "Auch hier öffnete Gott Türen", erzählt die Schwester. Kontinuierlich stiegen die Einladungen zu Wirtschaftstagen, Landfrauentagen, in Firmen, Hochschulen oder Schulen an. Inzwischen ist sie jährlich bei an die 200 Veranstaltungen in allen deutschsprachigen Ländern unterwegs oder Verlage fragen nach neuen Büchern von ihr an. Ihr letztes Buch erschien im Februar "Lebe, lache, Liebe ... und sag den Sorgen Gute Nacht". In über 50 Gemeinden wird mittlerweile auch das Kinderabenteuerland gefeiert und es entstand ein großes Netzwerk. Im Jahr 2011, nachdem Pfarrer Franz Reus in Rente ging, fand die "Kleine Kommunität" im Seebachgrund ein neues Zuhause.

Die Kirche in der Krise

Prälat Alois Albrecht stellte in seiner Predigt den "Heiligen Geist" in den Mittelpunkt. Pfingsten gilt auch als "Geburtstag" der Kirche, denn an Pfingsten denken Christen an das Kommen des Heiligen Geistes. Der Prälat hielt mit Kritik, auch an der Kirche selbst, nicht hinter dem Berg und begann mit den Missbrauchsfällen. Auch die Gesellschaft kam nicht gut weg. So verurteilte Albrecht den sich ausbreitenden Egoismus, das Gewinnstreben, den Rassismus. Viele Menschen würden der Kirche den Rücken kehren und immer mehr Eltern würden ihre Kinder nicht mehr taufen lassen oder sich nicht mehr kirchlich trauen. "Dagegen hilft keine Neuorganisation und keine neue Struktur. Dagegen hilft nur die Rückbesinnung an den Anfang und der Beginn einer neuen Evangelisation."

Gemeinden fühlten sich allein gelassen, denn es fehle der Heilige Geist. Die Kirche befinde sich in einer Krise und die Kirchenoberen hüllen sich meist in Schweigen. Deshalb sollten sich die Christen nicht nur auf den Papst, die Bischöfe und die Priester verlassen. Es bedürfe des Mitwirkens aller, die "noch mehr sein wollen als Taufscheinchristen".