Lonnerstadt wächst. Und Lonnerstadt soll auch noch weiter wachsen- das bestätigte erst jüngst Bürgermeister Stefan Himpel(FW) in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Doch zu einem gesunden Wachstum gehört auch eine gute soziale Infrastruktur. Der Kindergarten der Gemeinde beherbergt aktuell 53 Regelkinder im Alter von drei bis sechs Jahren und 20 Krippenkinder zwischen ein und drei Jahren. Doch der Platz reicht schon lange nicht mehr aus. Deshalb hat das Landratsamt Erlangen-Höchstadt eine Bedarfsanalyse durchgeführt, in der man zu dem Entschluss gekommen ist, dass der Kindergarten in Lonnerstadt auf 75 Plätze für Regelkinder und 26 Plätze für Krippenkinder erweitert werden muss.

Architekt Erich Popp stellte nun am Donnerstagabend in der Gemeinderatsitzung drei Varianten vor, die für eine Erhöhung der Plätze in Frage kommen würden. Bei der ersten Möglichkeit würde das bestehende, alte Gebäude kernsaniert werden. Auch die Unterteilung der Räume könnte man anders gestalten, als sie aktuell ist, so der Vorschlag des Architekten. Doch die großzügigen Räume sollen weitestgehend erhalten bleiben. Direkt daneben soll auch der neuere Erweiterungsbau saniert werden.


Was kommt hinzu?

"Wir brauchen durch die Erweiterung zusätzliche Personalräume", erklärt Popp. So könne im zweiten Geschoss des neueren Anbaus ein Personal-WC und ein Besprechungsraum entstehen.
Zu der Sanierung der Bestandsbauten würde man bei dieser Variante einen weiteren Anbau neu errichten. Dort soll für jede Gruppe neben einem Gruppenraum auch ein allgemeiner Wickelraum und ein Ruheraum gebaut werden. Das Gebäude hätte laut den Planungen des Architekten ein eigenständiges Foyer mit Garderoben und einen zusätzlichen Material- und Abstellraum. Auch weitere Spielbereiche würden entstehen.

Der Vorteil hier: der Kindergarten könnte in Teilabschnitten gebaut und saniert werden. Da die Kita zeitweise ausgelagert werden muss, könnte zumindest ein Teil der Kinder in der Stätte selbst bleiben. Die Kosten dieser Variante belaufen sich auf insgesamt rund 2,5 Millionen Euro.

Bei der zweiten Möglichkeit würde der Kindergarten komplett neu gebaut werden. "Die Überlegung bei einem Neubau ist, ob man hin zu einer zweigeschossigen Lösung geht", so der Architekt. Doch dann bräuchte man auch einen Aufzug, der wiederum langfristig gesehen Wartungskosten mit sich bringt. Der Gemeinderat hat sich bereits im Vorfeld gegen diese Variante entschieden.


Gegen Abriss des alten Gebäudes

Die dritte Möglichkeit sieht Erich Popp in einem Abriss des alten Gebäudes und dem Erhalt des neueren Anbaus. Auf dem Gelände würde damit ein Neubau für vier Gruppen entstehen. "Mich stört die Lage des Altbaus auf dem Grundstück", erklärt Bürgermeister Himpel. So nehme der aktuell viel Platz weg. Er spricht sich für diese Variante aus, zumal sie nur 200 000 Euro teurer wäre, als die erste Möglichkeit.

Der Gemeinderat hat sich am Donnerstag aber gegen die Variante 3 und damit für eine Renovierung der Bestandsgebäude und einen Neubau mit neun zu zwei Stimmen entschieden. Auch Pfarrer Andreas Sauer war vor Ort, hat die Kirche doch nun ihre Bauträgerschaft abgegeben und in die Hand der Gemeinde gelegt. Trotzdem bleibt sie Betriebsträger: "Hätten wir die Bauträgerschaft behalten, wäre der kirchliche Anteil nur zu einem Drittel finanziert worden. Die Kirchengemeinde selbst hätte 400 000 Euro zahlen müssen". Bei aktuellen Rücklagen von 160 000 Euro wäre das nicht möglich gewesen, so Sauer.

Wie genau der Bau aber letztendlich aussieht und ob der neuere Anbau ebenfalls saniert wird, das entschiedet der Gemeinderat erst in kommenden Sitzungen.