Damit steht nach Mitteilung der Kita-Leiterin Tina Hendel fest, dass mit Beginn des neuen Kindergartenjahres im September die Nachfrage nicht mehr gedeckt werden kann. Acht Kinder - vier Regel- und vier Krippenkinder - stehen dann praktisch auf der Straße. Auch die "Hochrechnung" für das nächste Jahr zeige eine Unterdeckung von acht Plätzen, erklärte Bürgermeister Faatz. Erfahrungsgemäß kämen während des Jahres noch weitere Anmeldungen dazu. Eine Möglichkeit wäre, die Eltern an Nachbargemeinden zu verweisen, sofern es dort noch freie Plätze gibt.
Nach einer Besichtigung hatten daher Landratsamt und Regierung der Marktgemeinde die Errichtung einer zusätzlichen Krippengruppe empfohlen. Sollte Mühlhausen dies ins Auge fassen, wäre rasches Handeln angesagt. Denn das staatliche Förderprogramm für Kinderkrippen läuft schon bald aus. 2013 bestünde noch die Möglichkeit, in den Genuss dieser Förderung zu kommen. Ein bis zu 80-prozentiger Zuschuss wäre zu erwarten.
"Bedarfsplanung für die Kindertagesstätte" hatte Faatz daher auf die Tagesordnung gesetzt. Es sei zu prüfen, welche Möglichkeiten es gebe, eine zusätzliche Krippe auf dem Gelände des Kindergartens unterzubringen.
Obwohl das Gremium mit nur sieben Mitgliedern hart an der Grenze der Beschlussfähigkeit besetzt war, wurde das Thema lebhaft diskutiert. Faatz gab sich sicher: "Wir hätten mehr Zuzüge, wenn wir mehr Kita-Plätze vorweisen könnten." Habe eine Gemeinde diese Betreuungsplätze nicht, würden sich junge Eltern anderweitig orientieren. Faatz ist zudem überzeugt davon, dass Kinder, die heute in Nachbargemeinden geschickt werden, morgen nicht zurück geholt werden können. Immerhin könne sich die Betreuung bis zu fünf Jahre hinstrecken, sofern ein Kind mit einem Jahr die Krippe besuche.

Vorschlag: Notgruppe einrichten


Die Räte standen dem Ganzen etwas zögerlich gegenüber, hatten sie doch gerade erst den Haushalt verabschiedet und waren daher über die Finanzsituation der Gemeinde bestens informiert. "Uns steht das Wasser bis zum Hals", war die Reaktion. "Warum müssen wir Vorreiter sein", fragte Zweiter Bürgermeister Gerhard Kreß (FW). Selbst große Städte hätten Riesenprobleme mit Krippenplätzen. Silvia Müller (CSU) schlug vor, zunächst eine Notgruppe einzurichten. Auch Faatz hatte "gedanklich schon den oberen Stock des Kindergartens in Erwägung gezogen". Es schien jedoch als würde ihm diese Möglichkeit nicht besonders zusagen.
Jetzt müsse geklärt werden, was tatsächlich förderfähig ist. Die Räte stimmten zu, dass Architekt Albert Ruhmann die zur Prüfung nötigen Planunterlagen erstellt. Dass eine langfristige Auslastung der Krippe vorhanden ist, steht für Faatz fest. Auch wenn das Gremium scherzte, dass derartige Prognosen kaum möglich sind, glaubt Faatz, dass aufgrund der Anzahl an jungen Bürgern "noch etwas zu erwarten ist".