Seit dieser Woche können Kinder ab vier Jahren in der Stadtbücherei Höchstadt jede Woche einmal für 45 Minuten auf eine Weltreise gehen. Margit Grigull, die Leiterin der Bücherei, hatte die Idee schon länger im Hinterkopf, ein Vorlesen für jüngere Kinder ab vier Jahren anzubieten, bis jetzt fehlte allerdings das Personal. "Jetzt hat sich eine Gruppe von zehn Leuten gebildet, die sehr gut lesen und gut mit Kindern umgehen können", freut sich die Büchereileiterin. Zu der Gruppe von Vorlesern gehören einige Mitarbeiter der Fortuna Kulturfabrik, aber vor allem Ehrenamtliche.

Eveline Boebé-Munkert ist eine der ehrenamtlichen Vorleserinnen. Die ehemalige Grundschullehrerin hat sich das Buch Swimmy von Leo Lionni für ihre erste Vorlesestunde ausgesucht. Gebastelt hat sie auch. Rote Fische in verschiedenen Größen, eine Qualle aus einem leeren Plastikbecher mit angeklebten Buntpapier-Tentakeln und eine aufblühende Anemone legt sie auf ihrem Tisch bereit. "Es soll ein aktives Lesen werden", betont die Pädagogin. Die eintreffenden Kinder dürfen es sich auf Sitzkissen bequem machen, und dann geht es auch schon los.

Zum Nachdenken anregen

Der kleine schwarze Fisch Swimmy lebt in einem Schwarm aus vielen roten Fischen, die von einem gefräßigen Thunfisch verschlungen werden. Swimmy entkommt dem Angreifer und entdeckt auf seiner Reise die Wunder des Meeres. In einem Felsen trifft er auf einen weiteren Schwarm kleiner roter Fische. Sie bilden gemeinsam einen großen Fisch und müssen sich um keine Angreifer mehr sorgen.

Die Moral aus dieser Geschichte erklärt die Vorleserin so: "Auch ein schwächeres Glied in einer Gruppe ist nötig, um die ganze Gruppe zu stützen und zusammenzuhalten." Die Geschichte solle die Kinder zum Nachdenken anregen, und sie sollen auch etwas mitnehmen können.

Gisela Seeberger hat ihre Töchter Amelie und Marie mitgebracht und ist begeistert vom neuen Angebot der Stadtbücherei: "Ich finde es toll, dass sie es machen. Ansonsten hätte ich mit meinen Kindern nach Herzogenaurach oder Erlangen fahren müssen." Mike Gibson hat seine Enkelin Nina begleitet und ist "schon gespannt, was als Nächstes kommt". Amelie hat am besten das Puzzle gefallen, das das Entstehen des großen Fisches aus vielen Einzelteilen nachempfinden soll. David tobt sich beim Malen aus und gestaltet Swimmys Reise bunt.