Sie wurde am Donnerstag schmerzlich vermisst, die Horde wilder Weiber von den Höchstadter Fosänachtern, die seit 18 Jahren immer an Weiberfasching in der Höchstadter Innenstadt ihr Unwesen getrieben hat.
Landratsamt, Rathaus, Kreissparkasse, VR-Bank und Pfarrhaus waren neben zahlreichen Geschäften die großen Stationen, in denen es den Männern an die Krawatten ging. Überall knallten für die lustigen Frauen die Sektkorken - diesmal blieben die Flaschen verschlossen.

"Es fehlen uns einfach die Leute", gestand Angelika Ort ein, die Dritte Vorsitzende der Fosänachter, die das Spektakel seit Jahren organisiert. Als Stadt und Landratsamt heuer wieder im Vorfeld wissen wollten, mit wie vielen Narren zu rechnen sei, musste Angelika Ort die Behördenvertreter enttäuschen. Der Weiberfasching in Höchstadt fiel diesmal aus.

Ort nennt auch ganz klar die Günde: "Wir haben nicht mehr so viele Aktive. Das Berufsleben ist fordernder geworden und jeder muss beruflich schauen, wo er bleibt." Für den Weiberfasching mussten die Akteure immer einen Tag Urlaub nehmen.

Und die Fosänachterin führt noch einen Grund ins Feld: "Es waren am Schluss zu viele Männer beim Weiberfasching." So sei man in den letzten beiden Jahren schon immer mit mehr Männern in Frauenkleidern losgezogen als mit echten Frauen. Trotzdem habe sie gestern nach dem Aufstehen "schon etwas vermisst", gesteht Ort wehmütig ein.

Allerdings haben die Fosänachter auch festgestellt, dass die Höchstadter offensichtlich "ein Problem mit dem Weiberfasching" haben. Ort: "Die Leute haben dich angeschaut nach dem Motto ,was machen die?'. Keiner hat spontan mitgefeiert." Auch beim Rathaussturm habe man inzwischen das Gefühl, dass es die Leute nicht interessiert.

Dazu zählt Geschäftsfrau Ute Schmidhuber vom Zigarrenhaus Riegler allerdings nicht. Sie hat die närrischen Weiber heuer vermisst und verspricht: "Ich wäre nächstes Jahr dabei."