Bei der gut besuchten Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenaurach begrüßte Vorsitzender Thomas Geiger nicht nur Feuerwehrleute. Landrat Alexander Tritthart (CSU) und Bürgermeister German Hacker (SPD) waren an "ihrer Wehr" ebenfalls stark interessiert.
"Unsere Feuerwehren müssen wieder mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden. Vielen Menschen ist das Wirken dieser Kräfte wohl nicht so richtig bewusst. Sie tragen ein Höchstmaß an Verantwortung und treten aus Überzeugung für die Sicherheit der Gesellschaft ein und das alles ehrenamtlich." Das erklärten Landrat und Bürgermeister unisono. Sie reagierten damit auf die Nachrichten, dass es bei Einsätzen immer öfter zur Übergriffen auf Rettungskräfte und Polizeibeamte kommt.


Motivierende Worte

"Ich habe höchsten Respekt für die Leistungen der Feuerwehren und Rettungskräfte, die sich für die Gesellschaft einsetzen und dabei auch ihre Gesundheit ihr Leben riskieren", erklärte Hacker unter Befall. Respekt für Rettungskräfte forderte auch Tritthart, denn es "ist keine Selbstverständlichkeit, dass Menschen rund um die Uhr ohne Bezahlung bereitstehen, um anderen zu helfen".
In diesem Zusammenhang erinnerte Kommandant Rainer Weber an das letzte Sturmtief "Friederike" bei dem in Bad Salzungen und in Sundern beim Einsatz zwei Feuerwehrleute ums Leben kamen. Dass diese Hilfe geleistet wird, verdeutlichten die Einsatzzahlen. Weber zählte auf: "Die Freiwillige Feuerwehr wurden im vergangenen Jahr zu 246 Einsätzen gerufen, davon 40 Brandeinsätze und 112 Hilfeleistungseinsätze, bei denen zwölf Personen gerettet werden konnten und leider zwei Personen nur noch tot aufgefunden wurden." Bei den Einsätzen zogen sich aber auch zwei Feuerwehrleute Verletzungen zu.
Bei den Einsätzen verlässt sich die Bevölkerung auf 120 ehrenamtliche Feuerwehrdienstleistende, darunter fünf Frauen. In Herzogenaurach werden aktuell 21 Jugendliche für den Feuerwehrdienst ausgebildet und in der Bambini-Gruppe (Kinderfeuerwehr) sind 24 Kinder aktiv.
Die fortschreitende Technisierung und zunehmenden Feuerwehraufgaben sowie die Häufung von Gefahrenpotenzialen in den Produktionsstätten und Großlagern sowie und eine zunehmende Anzahl von Naturkatastrophen erfordern nicht nur geeignete Geräte und moderne Fahrzeuge, sondern auch gut ausgebildete Einsatzkräfte.


Ausbildung das ganze Jahr

Deswegen legt Rainer Weber großen Wert auf die Ausbildung. "Es vergeht bei uns nahezu kein Tag ohne eine Übung - 179 im Jahr - oder Ausbildungsveranstaltung sowie Seminar", sagt Weber. Das gehe von der Grundausbildung, ABC- und Atemschutzausbildung über Bootsführer bis hin zum Flughelfer. Dazu kommen noch Einsatzübungen, Ausbildung an den Fahrzeugen, Motorsägen Lehrgänge, Staplerausbildung und viele andere mehr.
Die umfangreiche Ausstattung an Fahrzeugen und Geräten erfordern zudem auch viele Stunden an Wartung und Reparaturen. So mussten zum Beispiel in der Atemschutzwerkstatt 846 Lungenautomaten, 415 Pressluftatmer, 850 Atemschutzmasken geprüft und 1090 Pressluftflaschen gefüllt werden. "Wenn ich das durch die Tage des Jahres teile, kommt ganz schön was zusammen und das alles in der Freizeit", hatte der Bürgermeister flugs ausgerechnet. Deswegen sei er dem Landkreis dankbar, dass dafür eine Stelle geschaffen werden soll.
Kassier Alexander Schöpp gab einen umfassenden und zweigeteilten Kassenbericht, denn das 150-jährige Jubiläum vom 9. bis 13. Mai werfe bereits jetzt seine Schatten voraus. Nach einem Tief ist auch der Spielmannszug wieder im Aufwind und Jasmin Gumbrecht berichtete von einer Reihe von Auftritten der jetzt 41 Spielleute und in diesem Jahr geht es wieder zum Faschingszug nach Wiesbaden.
Bürgermeister Hacker und Kommandant Weber bedankten sich nicht nur bei den Feuerwehrleuten, sondern auch bei den Firmen für die Freistellungen, denn auch das sei in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Wie Stefan Rabl bei seinem Rückblick erwähnte war auch der Verein mit seinen 1043 Mitgliedern nicht untätig und, um auch die Kasse aufzubessern, gab es nahezu jeden Monat eine Veranstaltung.
Zum Schluss verwies der Vorsitzende noch auf ein weiteres Jubiläum: Die Freiwillige Feuerwehr kann in diesem Jahr auch auf "60 Jahre Nikolaus" verweisen. Vor sechzig Jahren startete zum ersten Mal der Nikolaus mit dem Feuerwehrauto und auf dem Tisch mit den Nadeln, Urkunden und Ehrungsgeschenken standen auch 60 Schokoladennikoläuse.