Seit 8. Mai benötigte die St.-Georgs-Pfarrei Asyl in diesem Domizil. Neben den zwölf Freiluftgottesdiensten, die zu verschiedenen Anlässen am Marktplatz, am Kirchplatz, im Areal der Kita St. Nikolaus oder auch im Innenhof des Seniorenzentrums St. Anna stattfanden, musste für jeden Sonntag ein fester Gottesdienstort gesucht werden. Ursprünglich war die neue Aula des Gymnasiums vom Pfarramt angefragt. Schulleitung und Lehrerkollegium stimmten dem auch zu. Das Landratsamt entschied jedoch ablehnend.
Bürgermeister Gerald Brehm (JL) und Rektor Michael Ulbrich ermöglichten dann die Nutzung der Mittelschule selbst während der neun Ferienwochen im Sommer, zu Pfingsten und Allerheiligen. "Wir erfuhren herzliche Gastfreundschaft und großes Vertrauen bei der Nutzung des Schulgebäudes", bedankte sich Dekan Kilian Kemmer vergangenen Sonntag beim Schulleiter.
Die 16 Mitglieder des Pfarrgemeinderates oder die sechs Kirchenräte der Pfarrei hätte der wöchentliche Auf- und Abbau der knapp 300 Stühle für die drei Gottesdienste und die Gestaltung der Aula zu einem Gottesdienstort über ein halbes Jahr hinweg überfordert. Dem Aufruf des Pfarramtes folgten spontan 27 Vereine und Gruppierungen, die sich bereit erklärten, sich jeweils für ein Wochenende um Auf- und Abbauarbeiten zu kümmern. Der Automobilclub, der Kirchenchor der Pfarrei, die katholischen Verbände des Frauenbundes, des Männervereins und von Kolping, Teams und Elternbeiräte der drei katholischen Kindertagesstätten St. Nikolaus, St. Michael und St. Hedwig, die Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens Riegler, das Lehrerkollegium des Gymnasiums Höchstadt, die Ministranten, die Pfadfinder und Pfadfinderfreunde, der Kellerbergverein, VdK und Skiclub, Stadtkapelle und Spielmannszug, die Höchstadter SPD und die Junge Liste packten mit an.
Ein besonderer Dank erging an die Freiwillige Feuerwehr Höchstadt, die an Fronleichnam und am darauffolgenden Sonntag auf dem Marktplatz die großen Gottesdienste unter freiem Himmel ermöglichten. Bürgermeister Brehm nahm den Dank für den städtischen Bauhof entgegen, der am Kirchweihmontag eine feierliche Messe am Kirchplatz organisierte. Als kleinen Dank für diese ehrenamtlichen Dienste überreichte Dekan Kilian Kemmer auch im Namen der Mesner Konrad Wichert, Gerhard Wirkner und Andrea Vogel, die von der großen Unterstützung profitierten, eine Laterne. "So viel Ehrenamtlichkeit ist alles andere als selbstverständlich. Mit dem Engagement der Vereine wird ein Weg des Gemeinwohls in unserer Stadt ausgeleuchtet, der Vorbildcharakter hat und von dem nun auch die Pfarrei profitieren durfte."
Bereits vergangenen Freitag transportierten auf den Lastwagen der Brauereien "Blauer Löwe" und Brauhaus Höchstadt sowie des Autohauses Wormser 30 ehrenamtliche Helfer unter der Regie von Kirchenrat Hans Häfner die Kirchenbänke zurück nach St. Georg. Rektor Michael Ulbrich brachte es am Schluss auf den Punkt: "Helfen muss man da, wo man gebraucht wird. Schön, dass ihr da wart. Doch jetzt freuen auch wir von der Mittelschule uns mit allen anderen in Höchstadt wieder auf die Möglichkeit, unsere Kirche zu nutzen."