Organisiert von der Seebesgründer Trachtengruppe, gibt es diesen Abend bereits seit Mitte der 1980er Jahre, damals noch als Fränkische Singstunde tituliert. Zu Gast waren unter anderem Steffi Zachmeier und Eberhard Hoffmann.

Inzwischen garantiert Karl Kaiser aus Weisendorf im Wechsel mit den "Neustadter Madli" für ein übervolles Wirtshaus, in dem sich unter anderem Gäste aus Röttenbach und Grettstadt sowie Peter Endres aus Giebelstadt, der bis zu zwei Mal die Woche zu derartigen Veranstaltungen reist, eingefunden hatten.

Vor Ort war auch Vitus Kramer, ebenfalls ein bekannter Wirtshausmusikant. Er war quasi auf Kollegentreffen, denn Karl Kaiser kennt er schon seit vielen Jahren. "Ich bin auf Fortbildung", meinte er augenzwinkernd. Kramer bietet unter anderem auch einen Fränkischen Advent als Veranstaltung an, da er ein Freund und Bewahrer der besinnlichen Zeit ist.

"Schönen Abend, sing mer schee", gab Caecilia Paulus von der Trachtengruppe den Anwesenden zu Beginn mit auf den Weg. Kaiser war inzwischen das achte oder neunte Mal in Großenseebach, dabei hat er immer seine Quetschn. Er verwendet ein richtiges Akkordeon, mit dem alle zwölf Tonarten zu spielen sind, kein Knopfakkordeon.

Liedheft wird überarbeitet

Zur Unterstützung für die Sänger hatte er 70 Liedhefte parat, so dass an jedem Tisch wenigstens zwei vorhanden waren. Das Heft mit 223 Liedern stellte er das erste Mal im Jahr 2002 für das Wirtshaussingen beim Engelhardt in Weisendorf zusammen. Inzwischen gibt es eine überarbeitete Version aus dem Jahr 2015, eine weitere Überarbeitung steht demnächst an, wie er wissen ließ.

Den Verlauf des Abends hatte er etwas modifiziert. Während es bei den vorangegangenen Terminen üblich war, ihm die Liednummern zuzurufen, erhielt dieses Mal jeder Tisch fünf Zettel mit Nummern, aus denen die Gäste reihum einen Titel auswählen konnten. Damit wurde das Programm für die ersten zwei Stunden bestritten.

Zunächst wurde die Neuerung von einigen Gästen kritisch hinterfragt, aber da darunter auch bekannte Lieder waren wie "Im Wald und auf der Heide" oder "Wir lieben die Stürme", das viele noch aus ihrer Jugendzeit kannten, war die Stimmung schnell wieder versöhnlich. Bei "In einem tiefen Keller" versuchten sich viele daran, wie Ivan Rebroff oder Günter Wewel die dunklen Töne im Bass zu erreichen.

Nach einer schöpferischen Pause konnten die Besucher in den darauffolgenden zwei Stunden Kaiser wieder die Nummern ihrer Lieblingslieder zurufen, der sie dann zum Mitsingen zum Besten gab. Spaß gemacht hat der Abend den Anwesenden auf jeden Fall, die nächste Veranstaltung dieser Art wird natürlich kommen.