Silvia, die junge Frau auf dem Hof, kommt mit dem Tränkeimer. Eigentlich glaubt sie nicht, dass die Kälbchen noch einmal trinken wollen. Haben sie doch gerade ihr "Frühstück" hinter sich. Da hat sie sich aber getäuscht: Die munteren Gesellen lassen sich die "Zwischenmahlzeit" nicht entgehen. Vielleicht, weil sie viel nachzuholen haben. Schließlich waren sie bei der Geburt nur etwa halb so schwer wie "normale" Kälbchen. Denn sie kamen gleich zu Dritt.

Drillingskälbchen habe es bislang auf dem Hof noch nicht gegeben, sagt Betriebsinhaber Markus Weber. Auch sein Vater Walter kann sich in 60 Jahren an kein solches Ereignis erinnern. Zwillingskälbchen gebe es immer wieder mal. Auf hundert Geburten kämen zwei bis drei Zwillingsgeburten, sagt Markus Weber.

"Fast ein Wunder" findet Silvia, die Frau an seiner Seite. Denn bei der Mutterkuh handle es sich um eine "Erstkalbende". Für das Muttertier bedeute es schon ziemlichen Stress, drei Kälbchen auszutragen, erklärt der junge Landwirt. Zwei männliche und ein weibliches Tier hat "Hexal", wie die Mutter heißt, geboren. "Schade, dass es nicht lauter Mädchen sind", findet der Milchbauer.

Denn dann hätte er sie für die Zucht behalten können. Weil jedoch zwei männliche Tiere dabei sind, sei die Chance, dass das weibliche Tier später einmal trächtig wird, gleich Null. Das hat dem jungen Landwirt die Erfahrung mit Zwillingspärchen gezeigt. "Sie kriegen während der Trächtigkeit zu viele männliche Hormone mit."

Für ihn wie für die ganze Familie waren die Drillinge die Überraschung pur. Keiner habe zuvor etwas bemerkt. Die Geburt sei ohne Tierarzt "fast von allein gegangen". Innerhalb von gut fünf Minuten sei alles vorbei gewesen.
Schon drei Wochen vor dem Abkalben kommen im Betrieb Weber die trächtigen Kühe in die Strohbox. Sozusagen "eine Wellnessbox für werdende Mütter", wie Silvia hinzu fügt. Für die Muttertiere sei das entspannter, sie hätten Zeit für Ruhe und Erholung.

Markus Weber hält seine Tiere in einem offenen Stall. Die Erfahrung habe gezeigt, dass das Außenklima für die Tiere sehr viel besser sei als der geschlossene Stall. Auch die neu geborenen Kälbchen sind mit ihrem "Iglu" praktisch im Freien. "Sobald sie die Mutter trocken geleckt hat, kommen sie an die frische Luft!" Dass sie trocken sind, sei ganz wichtig. "Wenn es aber richtig kalt ist, kriegen sie einen Kälber-Mantel übergezogen."