Für die Jüngsten gibt es Spielplätze, doch wo treffen sich die, die dem schon entwachsen sind? Für die Freundinnen Amy, Julia, Franzi und Alina aus Adelsdorf ist es die Skateanlage an der Oesdorfer Straße.

Als deutlich wurde, dass die Anlage noch in diesem Jahr einer Erweiterung der Kindertagesstätte weichen soll, sind sie aktiv geworden und haben sich an Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) gewendet, damit der Platz als Treffpunkt erhalten bleibt.

Dieser freut sich sehr über das Engagement der Mädchen, bezeichnet es sogar als ein "Projekt der Jugend", hinter dem er steht: "Wir wollen immer, dass die Jugendlichen sich einbringen und jetzt tun sie das auch mal."

Gemeinsam mit Sebastian Berger vom technischen Bauamt haben sich die Ideengeber bereits im vergangenen Jahr zur Ideenfindung getroffen, zuerst lediglich mit dem Lageplan und einem Edding ausgestattet. Im Dezember habe dann die erste Planung gestanden. Bei einer Vorstellung vor der Gemeinde am vergangenen Dienstag ging es darum, noch einmal sicherzustellen, dass alles soweit passt, erklärt Fischkal.

Nicht nur neue Geräte zum Befahren sind nun geplant. "Es soll auch Lampen und einen überdachten Tisch geben, wenn es mal regnet", sagt die zwölfjährige Amy. Zusätzlich sei noch eine etwa zehn Meter lange Wand geplant, auf der sich Sprayer austoben können und die gleichzeitig Sicht- und Hörschutz zum angrenzenden Kindergartenbereich biete, so Bürgermeister Fischkal.

Fast täglich auf der Skateanlage

Auch Fabian Lamm ist regelmäßig auf der Anlage. Mit seiner Leidenschaft für den Sport hat er sich schon einmal das Schlüsselbein gebrochen. Trotzdem hält das den 15-Jährigen nicht davon ab, fast täglich zum Skatepark zu kommen. Besonders auf einer eigenhändig nach und nach aufgeschütteten Schanze übt er seine Sprünge.

Auf Eigeninitiative hat auch er sich zu einem Umzug auf die benachbarte ehemalige Eisfläche Gedanken gemacht und eine Präsentation erstellt, die im Februar der Gemeinde präsentiert worden ist. Inspirieren lassen habe sich der 15-Jährige von umliegenden Skateanlagen wie dem Dirtpark in Herzogenaurach.

Auf einem Skateplatz gebe es unter anderem die Elemente Spine, Bank oder Quarter, zählt Fabian auf. Norbert Lamm, Vorsitzender der SPD Adelsdorf, lernt solche Fachbegriffe hauptsächlich von seinem Sohn. Er findet es gut, dass die Heranwachsenden aktiv geworden sind. Sie bräuchten etwas zum Austoben.

"Wenn die Jugendlichen nichts gemacht hätten, wäre vielleicht nichts passiert", vermutet Lamm. Beide hoffen nun, dass auf dem Gelände so schnell wie möglich etwas passiert. "Damit man in diesem Sommer noch was davon hat", so Fabian Lamm.

Planung in zwei Stufen

Die Endfassung der Planung stehe soweit, so Bürgermeister Fischkal. Jetzt gehe es darum, Fördergelder zu beantragen. "Wir gehen in zwei Stufen vor. Erst einmal werden die kleineren Teile auf der neuen Fläche aufgebaut", erklärt er. Im nächsten Jahr sollen die größeren Geräte neu angeschafft werden.

Am meisten habe ihm jedoch imponiert, dass die Mädchen sogar eine Unterschriftenaktion starten wollten, gibt Fischkal zu. Diese war dann aber gar nicht nötig. "Manchmal muss man einfach auf die Leute zugehen."