Wirklich einfach waren die Fragen nicht, die die Gymnasiasten bei der Stadtrallye zu lösen hatten. Auf den ersten Blick zumindest. Denn wer sich etwas näher umschaute, kam schnell auf die Antworten, die zumeist auf entsprechenden Tafeln zu finden waren. Und wer dann immer noch nicht weiter kam, "der muss halt die Passanten fragen", sagte Lehrerin Sabine Hahn.

Die Stadtrallye war Bestandteils des Aufenthalts französischer Schüler. Zehn Tage lang halten sich die jungen Menschen aus der Partnerstadt Sainte Luce sur Loire in Herzogenaurach auf. Alle zwei Jahre findet dieser Austausch statt, der als eigentlicher Ursprung der Städtepartnerschaft gilt. Diese gibt es seit 26 Jahren, die Schülerfreundschaft ist noch ein Jahr älter.

Heuer waren es mit 35 Gästen besonders viele Jugendliche im Alter von 13 und 14 Jahren, die teilnahmen. Sie alle lernen in ihrer Schule, dem College La Reinetiere, die deutsche Sprache. An dem offiziellen Empfang im Rathaus und der anschließenden Stadterkundung nahmen doppelt so viele Schüler teil - auf jeden Franzosen kam ein Herzogenauracher.

Viel Wissenswertes

Sie verteilten sich auch ausgeglichen auf die Vierergruppen der Rallye. Die heimischen Schüler halfen ihren Gästen bei den Fragen so gut es ging. Wenn sie denn selber Bescheid wussten. "Können Sie mir sagen, wo das alte Rathaus ist?", fragte eine Gymnasiastin just am Marktplatz, das Gebäude direkt vor Augen. Mancher Anfang ist halt schwer.

Die Fragen drehten sich oftmals um Objekte in der Innenstadt. Wann wurde das alte Rathaus erstmals erwähnt, in welchem Stil wurde es errichtet oder welches Handwerk ist in dem Haus Hirtengraben 7 beheimatet? Die Antworten: 1382, gotisch und ein Schmied. Die Schüler lernten noch mehr Wissenswertes. Unter anderem, dass der Vehnturm mal ein Stadtgefängnis war und das Wappen an seiner Mauer einen Löwen zeigt.

Neue Freundschaften

Dieser Austausch zählt alle zwei Jahre zu den festen Bestandteilen des Unterrichts am Gymnasium. Ende Mai findet dann der Gegenbesuch in Sainte Luce statt. Damit wolle man auch dazu beitragen, das Leben und die Kultur in der Partnerstadt kennen zu lernen, sagt Sabine Hahn. So ein Austausch schaffe Freundschaften und stabilisiere die Städtepartnerschaft.

Die sprachlichen Kenntnisse verbessern die jungen Leute damit auch. Wenn sie erstmals aufgetaut waren, dann klappte die Konversation recht gut, wie sich bei der Stadtrallye zeigte. Die 13-jährige Tanja beschreibt es in ihren Worten: " Sie reden relativ wenig und sind noch schüchtern. Aber es wird langsam."

Sprach's und widmete sich der zweiten Aufgabe. "Ich hab die Antwort", sagte das Mädchen zu ihrer Begleiterin Magdalena, die daraufhin nachfragte: "Woher weißt du das?" Worauf Tanja antwortete: "Das steht doch da auf dem Schild". Als eine von 17 Gruppen zogen sie so von Station zu Station. Und den beiden französischen Schülern Hugo und Matthieu hat's bestimmt auch gefallen - zumal zur Belohnung ein Eis auf dem Marktplatz wartete.