Die Herzogenauracher sind von Natur aus hilfsbereit. Steht ein Besucher der Stadt in derselbigen und hält einen Stadtplan vor das Gesicht, gibt es immer wieder den freundlichen Menschen, der mit einem fröhlichen "Kann ich vielleicht helfen?" sein Ortswissen anbietet. Das funktioniert vor allem in der Stadtmitte. Und es setzt voraus, dass jemand da ist.


Im Kerngebiet aufgestellt

Nun hat die Stadt eine Lösung für dieses Problem gefunden. Die gut 2,5 Millionen Tagesbesucher (inklusive der Durchreisenden) im Jahr werden von nun an leicht verständlich über die Lage der touristischen "Highlights" in der Stadt informiert und dorthin geleitet. An wichtigen Schnittstellen im Kerngebiet sowie in den Außenbereichen der Stadt gibt es eine durchgehende Beschilderung zu den einzelnen Zielen und verknüpft diese mit der historischen Altstadt. Es werden Ziele mit besonderer touristischer Bedeutung, aber auch häufig frequentierte Ziele und weitere wichtige Einrichtungen vom Museum bis zu den Outlets aufgegriffen und angezeigt.
Und wie funktioniert das Ganze? Bürgermeister German Hacker erklärt bei der Einweihung der ersten Stele: "Das Fußgängerleitsystem besteht aus 19 Stelen, diese bilden das Herzstück des Leitsystems." Ergänzt werden sie durch 79 Einzelwegweiser an 35 Standorten. In Deutsch und in Englisch sind die Hinweise gegeben. Die Standorte wurden durch eine Projektgruppe ausgewählt, die sich aus Mitarbeitern der beteiligten Ämter der Stadt, der Lebenshilfe, des Arbeitskreises Mobilität und Verkehr der Agenda 21 sowie dem Behindertenbeauftragten zusammensetzt.
Das Projekt selber befindet sich bereits im dritten Jahr. Bereits 2015 hat die Stadt das Büro Geo-Plan aus Bayreuth beauftragt, eine Bestandserfassung der bestehenden Informationsbeschilderung und Fußgängerwegweisung durchzuführen. Auf dieser Basis wurde das neue Konzept erarbeitet. Im Mai des Jahres 2016 wurde im Planungs- und Umweltausschuss den Zielen zugestimmt, im September erfolgte durch diesen Ausschuss die Zustimmung für die Umsetzplanung.
Und nun steht die erste der Stelen. "Die Pläne sind weit unten angebracht, um auch Rollstuhlfahrer oder kleinen Menschen die Möglichkeit zu geben, die Stadt auf dem Plan zu erkunden", erklärt Hacker. Schmunzelnd fügt er hinzu: "Großen Menschen fällt es letztlich einfacher sich zu bücken, als kleinen Menschen sich größer zu machen."


85 000 Euro an Kosten

Diese Planung sei letztlich auch so realisiert worden, weil Menschen wie Wolfgang Jörg, Behindertenbeauftragter der Stadt, mitgearbeitet hätten. Oben auf der Stele stehen die Entfernungen zu verschiedenen Punkten in der Stadt in "Laufminuten".
Die Stelen selber haben einen Rahmen aus Stahlrohr, ein Aluminiumprofil, auf dem der Direktdruck mit Antigraffitilack aufgebracht ist. "85000 Euro hat das ganze Projekt gekostet", sagte Hacker. Judith Jochmann, Stadtmarketingleiterin ergänzt: "30 000 Euro bekommen wir gefördert aus dem Topf für innerstädtische Bauten."
Die weiteren Stelen werden nun nacheinander aufgebaut. Wichtig sei es, dass man auf diesen Stelen Veränderungen anbringen könne. "Wenn wir das Rathaus umbauen, werden die Hinweise auf den Tafeln geändert."