Obwohl sie eigentlich gerade Freizeit hätten, sitzen sieben Schüler der Klasse M8 der Ritter-von-Spix-Schule bei Sonnenschein freiwillig in der Schule. Und das für den guten Zweck. Für ihre Schulpatenschaft im Senegal basteln die Schüler an verschiedenen Kunstwerken für den Garten und zur Dekoration, die sie am Höchstadter Ostermarkt am 1. April verkaufen wollen.
Die Grundarbeit haben die Ganztagesschüler aus den Klassen 5a und b geleistet. Die Achtklässler geben den Arbeiten nun den letzten Schliff. "Mir war wichtig, dass wir die Verbindung zwischen den älteren und den jüngeren Schülern herstellen", erzählt die Organisatorin des Projektes, Lehrerin Anna Buchhold.
Die Achtklässler kümmern sich auch um den geplanten Verkauf, obwohl sie da eigentlich Osterferien hätten. Fliesen skulpturen für den Garten, Mosaikuntersetzer, Vogeltränken, Bilder mit Servietten- und Spritztechnik mit afrikanischen Motiven und Sprichwörtern, Teelichter oder Memohalter aus Speckstein kann man am 1. April am Stand der Schüler erwerben.

Partnerschule im Senegal


Seit 2006 hat die Mittelschule eine Partnerschule in dem westafrikanischen Land. Immer wieder werden verschiedene Projekte an dieser Elementarschule unterstützt. So konnten die senegalischen Schüler dank der Schulpatenschaft bereits ihr Dach erneuern oder auf Abschlussfahrt gehen. Mit dem Geld, das die Schüler durch den Verkauf ihrer Werke einnehmen wollen, soll eine neue Schulküche möglich gemacht werden.
Im Jahr 2003 war Anna Buchhold selbst in das Land gereist. "Dort habe ich gesehen, wie dringend sie die Unterstützung brauchen", sagt sie. Auch ein Patenkind hat die Ritter-von-Spix-Schule im Senegal. Simone, der Tochter einer alleinerziehenden Mutter, wollen die Schüler ebenfalls helfen. Mit den erhofften Einnahmen soll Simones Schulgeld bezahlt werden, damit sie überhaupt zur Schule gehen kann.
Rund 25 Stunden Arbeit sind bereits in das Projekt geflossen, das der Rotarierpate Frank Neumann beratend unterstützt. Spaß am Basteln haben die Schüler aber immer noch, sagen sie. "Und außerdem ist es wichtig, dass auch andere Kinder in die Schule können, so wie wir", erklärt die Schülerin Hannah Hack. "Die Schule ist wichtig, damit auch die armen Kinder mal einen gescheiten Beruf haben können und so aus den schlechten Verhältnissen rauskommen", ergänzt ihr Mitschüler Feres Aumüller. Und auch, dass sie dafür ihre Freizeit opfern, scheint für die hilfsbereiten Schüler kein Problem zu sein. "Es ist besser, hier zu helfen und anderen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, als zu Hause zu sitzen und sich zu langweilen", sagt Jasmin Geis.

Die Höchstadter Rotarier haben erstmals einen Jugend-Engagement-Preis ausgeschrieben. Acht
Teams, bestehend aus jungen Menschen, die einen Beitrag zum gesellschaftlichen
Zusammenleben leisten, sind nominiert. Der Sieger wird am 13. Juni gekürt.