Am Donnerstag wurde offiziell der Planungsauftrag für die Stadt-Umland-Bahn (Stub), die zukünftig Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach miteinander verbinden soll, vergeben. Den Zuschlag erhielt eine Ingenieurgemeinschaft aus den Unternehmen Gauff Rail Engineering, Ramböll und Obermeyer Planen + Beraten.

Der Auftrag umfasst die planerische Ausarbeitung des Projekts bis zur Genehmigungsplanung, teilt der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn mit. Der Vertrag erstreckt sich auf die Planung in den Stadtgebieten von Erlangen und Herzogenaurach. Projektleiterin ist Anne-Catrin Norkauer von Ramböll, die kaufmännische Projektleitung übernimmt Markus Wagner von Gauff Rail Engineering.


Erstes Konzept von 1993

"Die Stadt-Umland-Bahn ist aktuell eines der spannendsten ÖPNV-Projekte in Deutschland. Die Begeisterung der Bevölkerung und der Rückenwind aus der Politik sind erstaunlich und motivieren uns, dieses anspruchsvolle Projekt zügig voranzutreiben. Meine Erfahrungen zeigen, dass jedes Projekt seine eigenen Herausforderungen besitzt - fachlich, aber auch von der Mentalität der Beteiligten. Da kommt es uns zugute, dass die Partner der Ingenieurgemeinschaft in der Region bekannt sind", so Anne-Catrin Norkauer.

In Nürnberg, Kopenhagen und Strasbourg-Kehl haben die Partner der Ingenieurgemeinschaft bereits vergleichbare Aufträge bearbeitet. Bei der Stub können sie auf die Vorarbeiten aus den bisherigen Untersuchungen aufsetzen, beginnend mit dem ursprünglichen Stub-Konzept von 1993 bis hin zu den aktuellen Variantenuntersuchungen bestimmter Punkte, welche bereits im vergangenen Jahr vom Zweckverband vergeben wurden. Für die Planungen auf dem Nürnberger Stadtgebiet zeichnet das dortige Verkehrsplanungsamt verantwortlich.

Der Stub-Verbandsvorsitzende, Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) ergänzt: "In den vergangenen Monaten haben wir mit den Bürgern intensiv diskutiert, wie die Strecke für die Stub sinnvoll geführt werden kann, und wir konnten viele weiterführende Vorschläge einsammeln. Mit dem Planungsauftrag gehen wir nun den nächsten Schritt, um machbare Streckenvarianten für das Raumordnungsverfahren aufzubereiten. Mit der Ingenieurgemeinschaft haben wir einen Partner gewonnen, der uns darüber hinaus bis zum Planfeststellungsverfahren begleiten wird."

Bereits seit den frühen neunziger Jahren wird die Einführung eines leistungsfähigen Verkehrssystems diskutiert, das die drei wachsenden mittelfränkischen Städte miteinander verbinden soll. Nach zwei Bürgerentscheiden umfasst die aktuelle Vorschlagstrasse rund 25 Kilometer. Hierfür wurde bereits eine Fördermittel-Rahmenanmeldung bei Bund und Freistaat vorgenommen. In den vergangenen Monaten hat der Zweckverband Stub unter Beteiligung der Bürger Ideen zur Optimierung der Vorschlagsvariante gesammelt, die von der Ingenieurgemeinschaft weiteruntersucht werden. Der nächste Schritt zur Realisierung der Stub, die Einleitung des Raumordnungsverfahrens, ist für das Jahr 2019 vorgesehen.