"Der hat's gut", mag man angesichts des Jobs von Dieter Germann denken. Der 51-Jährige ist Pressesprecher der Schausteller dort oben auf der Bergkirchweih. Und damit ist er jeden Tag vor Ort. Doch ganz so einfach ist es eben nicht. Denn die Arbeit mit dem Vergnügen ist gar nicht immer so vergnüglich.

"Zunächst klappere ich mal meine Schausteller ab. Ist etwas Besonderes vorgefallen, gibt es Besonderheiten vom Vortag." Irgendwo zwischen Berater und Seelentröster bekommt er die Informationen, die er braucht. "Es ist kein einfaches Volk", meint er. Das liegt aber daran, dass die Schausteller in der Regel hochengagiert sind, sehr kreativ.
Doch sie haben Germann, als einen der ihren akzeptiert. Der kommt ursprünglich von der Tageszeitung. "Klar, eine gewisse Affinität sollte es zum Volksfest schon geben." Aber er genießt es, dass er als Außenstehender einen anderen Blick auf und hinter die Kulissen dieser scheinbar bunten und immer fröhlichen Welt schmeißen kann.

Ab neun Uhr geht es in der Regel rund. Denn die Infos der Schausteller sind nur ein Part seiner Arbeit. Feuerwehr, Polizei, Pressestelle der Stadt, die Festwirte - alle mögen bedient werden, um dann die Informationen gebündelt an Radio, Fernsehen, aber auch die Tageszeitungen weitergeben zu können.

Der Berg selber begeistert den Mann, der unter anderem auch das Nürnberger Volksfest, den Stadtstrand in der Nachbarstadt, diverse Fürther Kerwas und vieles mehr ver- und bearbeitet: "Der Berg ist einfach ein Novum. Man nennt ihn zurecht eines der schönsten Volksfeste Deutschlands." Es mache einfach Spaß in dieser Atmosphäre zu arbeiten. Der Kontakt mit den Leuten falle einfach, egal ob "Offizielle" oder eben der "normale" Berggänger.

Es gibt aber auch Dinge, die ihn nerven. So findet er es schade, dass so manches Medium nur das Schlechte sehe. "Ja, hier gibt es auch Straftaten oder jugendliche Säufer - das ist aber kein Problem des Berges, das ist ein gesellschaftliches Problem", erklärt er.
Nicht nur Polizei und Rotes Kreuz reden von den für diese Größenordnung üblichen Zahlen, jeder Besucher bekomme es Tag für Tag mit. "Es ist das beeindruckende Bild der tausenden Besucher, die um 23 Uhr in die Innenstadt ziehen. Friedlich."

Für ihn heißt ausgerechnet das Bierfest unter freiem Himmel Enthaltsamkeit. "Alkoholfreies Weizen zum Anstoßen, kurz vor Ende mal eine Maß", berichtet er über das "Trinkvergnügen" am Berg. Denn zwölf Tage lang am Berg zu arbeiten, heißt auch in Höchstform zu bleiben. Denn es könnte ja doch mal zum Schreckensszenario kommen.

"Unfälle an den Fahrgeschäften mit Kinderbeteiligung, das ist der blanke Horror." Der Berg ist in seiner Zeit bisher davon verschont geblieben und bleibt es hoffentlich auch. Denn dann ist der Pressesprecher Ansprechpartner für die Medien - und die wollen alles wissen.
Zwischen 9 und 12 Uhr besteht diese Chance allerdings nicht. Bei Dieter Germann klingelt das Telefon - irgendein Radiosender hat eine Frage zum Berg.