Man möchte meinen, die nächste Eiszeit wäre schon angebrochen. Den Betrachter fröstelt es bis tief ins Mark, wenn er den Aussagen zum aktuellen Wetter lauscht, die in diesen Tagen über soziale und andere Medien verbreitet werden. Denn so kalt war ein Februar ja seit mehr als 30 Jahren nicht mehr, hat da jemand herausgefunden. Doch bevor der sibirische Frost jetzt manchen Wetterforschern das Eiswasser auf die Mühlen treibt und sie in ihrer, mit steif gefrorenem Zeigefinger erhobenen Behauptung bestärkt, dass die nächste Eiszeit ganz bestimmt kommt, sei ebenso beruhigend wie erwärmend festgestellt: Am Freitag wird's Frühling.

Meteorologisch zumindest. Und weil das so ist, "muss also wärmere Luft her", berichtet ganz pragmatisch der "Wetterochs" aus Herzogenaurach. Und die milden Temperaturen sollen sich auch tatsächlich just zur genannten Zeit einstellen: Für Donnerstag kündigt er ein von den Azoren nach Nordosten ziehendes Tief an, das die eisige Kälte von Ost vertreibt. Am Wochenende geht's über Null, am Montag soll es gar 12 Grad kriegen. Plus wohlgemerkt.

Der kalendarische Frühling allerdings lässt noch auf sich warten: Der kommt am 20. März. Bis dahin ist Winter. Und im Winter ist es, glaubt man der Definition, auch mal kalt. So wie jetzt. Wie überraschend!

Eiseskälte herrschte auch zum Jahresbeginn 2017. Da sorgte eine Frostperiode mit Minustemperaturen im zweistelligen Bereich dafür, dass die Aurach in Höhe des provisorischen Holzstegs gut zur Hälfte zugefroren war und das Federvieh sich in Scharen auf der Eisfläche am Kuwe-Ufer versammelte. Das war ein Monat früher als heuer, der FT berichtete am 24. Januar. Dem Februar-Frost von 2018 trotzt die Aurach bislang erfolgreich: Sie plätschert munter weiter, das Eis am Rand scheint noch ein gar dünnes zu sein.

Gelassen reagieren Spaziergänger an der Aurach auf die Minusgrade am Montag, die sich bis zur Mittagsstunde wenigstens in den einstelligen Bereich zurückgezogen hatten. Siegbert Sendner erinnerte an seine Kindheit: "Wir waren an Ostern schon im Weiher baden", sagte er. "Oder auch Schlittschuh laufen". Das Wetter schlug eben schon immer seine Kapriolen.

Und Thomas Heideloff, ein anderer Herzogenauracher, postete auf Facebook ein Foto seines Thermometers am Armaturenbrett des Autos. Minus elf Grad zeigte es am Montagmorgen um 7 Uhr. Sein Kommentar: "In Sibirien wäre es Frühling."