Wer sich in der Lerchenstraße in Höchstadt-Süd ins Internet einklickt, muss Geduld mitbringen. Es dauert immer wieder eine gefühlte Ewigkeit, bis die eine oder andere Homepage aufgeht.

Wer Mails mit Foto-Anhängen verschickt, braucht viel Zeit, bei Filmen im Netz nerven häufige Nachladezeiten und an eine Identifizierung per Video-Ident-Prüfung ist wegen des schlechten Empfangs erst gar nicht zu denken. Wer über das Internet telefoniert, hört seinen Gesprächspartner häufig nur abgehackt. Dabei ist es unerheblich, welche Leistung man bei seinem Internet-Anbieter geordert hat. Die maximale Übertragungsrate wird ohnehin nicht erreicht. Dafür heißt es in den Verträgen ja immer auch: "bis zu xx Mbit/Sekunde".

An Orten mit besserer Internet-Verbindung dauern all diese Vorgänge nur Sekunden. Die Grabungsarbeiten an den verschiedensten Stellen in Höchstadt, schwerpunktmäßig dieser Tage im Süden der Stadt, lassen die Bürger allerdings hoffen, auch bald schneller ins Internet zu kommen.


Mit Lichtgeschwindigkeit

"Wir bauen in Höchstadt unser Netz aus", sagt dazu auf Anfrage des FT Hubertus Kischkewitz, Pressesprecher der Deutschen Telekom in Bonn. Quer durch die Wohngebiete werden Gehwege aufgerissen, Gräben ausgebaggert und Leerrohre verlegt, in die dann Glasfaserkabel gezogen werden. Glasfaser ist das schnellste Übertragungsmedium, erklärt der Telekom-Pressesprecher. In diesen Kabeln können Daten mit Lichtgeschwindigkeit übertragen werden.

In Höchstadt lässt die Telekom die alten Kupferkabel zunächst einmal bis zu den Verteilerkästen an den Straßen durch die leistungsfähigeren Glasfaserkabel ersetzen. Dabei kommen laut Kischkewitz verschiedene Varianten zum Einsatz. Dort, wo die Telekom im Eigenausbau ohne Fördermittel arbeitet, kann sie das bestehende Kupferkabel vom Straßenverteiler zum Kunden durch die so genannte Vectoring-Technik jetzt schon auf bis zu 100 Mbit/Sekunde beschleunigen. In den nächsten zwei Jahren sollen gar 250 Mbit/Sekunde möglich werden.

Wo mit Fördermitteln Glasfaserkabel in die Straßen kommt, könnten aktuell bis zu 50 Mbit/Sekunde angeboten werden, teilt Pressesprecher Kischkewitz mit. Legt die Telekom Glasfaser bis in die Häuser, sind Geschwindigkeiten bis 200 Mbit/Sekunde möglich.

Hintergrund für diesen Ausbau ist in erster Linie, dass die Telekom ihr altbekanntes Festnetz bis 2018 auf Internet-Telefonie umstellt. Die alten analogen Anschlüsse wird es dann nicht mehr geben.


Der Kunde muss aktiv werden

"Der Kunde muss allerdings aktiv werden", betont der Pressesprecher. "Wer einen neuen schnellen Anschluss nutzen möchte, muss einen neuen Vertrag abschließen". Das schnellere Netz müsse die Telekom natürlich auch anderen Anbietern und deren Kunden zur Verfügung stellen.

Wann dürfen die Höchstadter mit einem leistungsfähigeren Internet im Stadtgebiet rechnen? Die Telekom geht von einer "Buchbarkeit am Ende des Jahres" aus.