Am Samstagmittag wurde traditionell ein "Kerwabaum" aufgestellt - jedoch nicht der, der am Freitag gefällt wurde. Unbekannte haben den Baum über Nacht in den Farben schwarz, rot und gold angemalt. Wer das war, weiß laut laut Bürgermeister German Hacker (SPD) keiner. Kurzerhand holten die Kerwasburschen einen neuen. "Da stehen ja genug im Wald," meinten die.


Kurz nach 14 Uhr ging es dann vom Bauhof entlang der Ringstraße über die Nutzungstraße und Hans-Sachs-Straße. Hier gab es für die Kirchweihgeister den ersten Schnaps. Thorsten Jentsch heißt der Spender des edlen Tropfens. "Es ist schön, wenn solche Traditionen aufrechterhalten werden", meint Jentsch.

Marschverpflegung
Nach einer kurzen Pause ging es weiter über die Flughafenstraße. Weit mussten der 30 Meter lange Baum und seine Begleiter nicht wandern, denn das griechische Restaurant spendierte eine Runde Ouzo. Über die Schütt, an der eine weitere Pause eingelegt wurde, um das Bier und die Getränke aufzufüllen, ging es dann weiter Richtung Weihersbach. Dort angekommen, wurden die Kerwasbuschen bereits von den Ehemaligen der Stadtjugendkapelle empfangen. Ein Teil von ihnen saß auch schon auf dem Heller'schen Lastwagen und begleitete den Zug durch die Herzogenauracher Innenstadt.

Am Weihersbach angekommen, ging es so gleich an die Vorbereitungen, um den Baum von der Waagrechten in die Senkrechte zu bringen. Schnell wurde der Baum mittels Motorsäge unten angespitzt. Im Anschluss wurde der Baum in das etwas andere Loch gelegt. "Wir wollten etwas Neues ausprobieren und nicht gleich eine solche Halterung aus Doppel-T-Trägern im Boden verankern", erklärt Bürgermeister Hacker. Aus dem länglichen, immer tiefer werdenden Loch kann der Baum nicht mehr zur Seite kippen. Lediglich die Baumaufsteller befinden sich so noch im Gefahrenbereich, dies sei jedoch nicht verhinderbar.

Ein großes Loch
"Diese Lösung gefällt mir wesentlich besser als mit den Stahlträgern. Die würden das ganze Jahr da stehen und rund zwei Meter aus der Erde rausschauen", fügt Hacker hinzu. Nachdem alles gut verlaufen ist, stand der Baum nach rund einer Stunde senkrecht in seinem Loch. Schnell versuchte man das große Loch mit Erde aufzufüllen, damit der Baum sicher steht, jedoch mussten die Kerwasburschen feststellen, dass die Männer des Bauhofs fleißig gebaggert hatten und so das Zuschaufeln des Loches doch etwas länger dauerte als so mancher glaubte.

Die Maß Bier wartete schon
Traditionell marschierten alle gemeinsam nach getaner Arbeit zusammen mit den "Bulldog freunden" zu den Kellern und tranken noch ein paar Maß Bier.