Das eigene Haus im Grünen ist nach wie vor ein Traum vieler Menschen. In Höchstadt ist die Nachfrage nach Bauplätzen so hoch, dass die Stadt mit der Erschließung neuer Gebiete fast nicht mehr nachkommt.

"Auf der Warteliste sind rund hundert Interessenten", sagt Gerhard Leicht vom Bürgerbüro. Alleine im neu entstehenden Wohngebiet am Häckersteig gibt es 50 Bauplätze, die alle schon vergeben sind. Dazu könnten noch 30 Grundstücke in Etzelskirchen kommen, die im Flächennutzungsplan ausgewiesen sind. Allerdings gebe es hier strenge Umweltauflagen, sagt Leicht. In der nahen Sandgrube nistet die geschützte Uferschwalbe, was die Schaffung eines größeren Baugebiets erschwere.

In den letzten beiden Jahren gab es nach Information der Stadt 67 genehmigte Bauanträge in Höchstadt. Nimmt man die bisher in Planung stehenden Bauplätze am Häckersteig und in Etzelskirchen hinzu, sind das 147 beantragte Neubauten, alleine im Stadtgebiet Höchstadt.

Dieser Boom der Häuslebauer spiegelt sich auch bei den Baufinanzierern wider. Insgesamt 50,6 Millionen Euro hat alleine die Kreissparkasse im letzten Jahr in ihrem Geschäftsgebiet an Baukrediten vergeben. Zum Vergleich: Zwei Jahre zuvor waren es noch 35,5 Millionen Euro. Zwar sind darin nicht nur die Neubauten, sondern auch Kredite für gebrauchte Immobilien enthalten. Der Anteil an Krediten für den Hausbau steigt allerdings seit Jahren an.

Historisch niedrige Bauzinsen

"Die Zinsen sind nach wie vor auf einem historisch niedrigen Niveau", sagt Ute May, Leiterin des Privatkreditgeschäfts bei der Kreissparkasse. Bei einer Laufzeit von zehn Jahren liege der Zinssatz derzeit bei etwa zwei Prozent. Teilweise würden die niedrigen Zinsen die seit Jahren steigenden Preise für den Hausbau auffangen, sagt May. Gestiegene Ansprüche an die Energieeffizienz hätten seit Jahren die Baupreise in die Höhe geschraubt.

Ein weiterer Faktor neben den Kosten für die Bauarbeiten sind die Grundstückspreise. Momentan liege der Quadratmeterpreis für voll erschlossenes Bauland in Höchstadt, je nach Lage, bei 160 bis 190 Euro, sagt Franz Zintl, Immobilienberater der VR-Bank. Zum Vergleich: In Adelsdorf müsse man schon ab 170 Euro rechnen. In Herzogenaurach, so Leicht vom Bürgerbüro, zahle man bis zu 250 Euro. 400 Euro (damit fast so viel wie in Düsseldorf) sind es pro Quadratmeter durchschnittlich in Erlangen, so eine aktuelle LBS-Studie.

Ein gebrauchtes Reihenhaus im Erlanger Röthelheimpark fange bei 400 000 Euro an, sagt Zintl. "Drunter geht nichts." Davon profitiere auch Höchstadt, sagt der Immobilienberater, der den Markt seit 20 Jahren beobachtet. "Der Grundstücksmarkt in Höchstadt ist in einer Wellenbewegung." Immer wenn die Preise in Erlangen hoch sind, zögen viele den Bau oder Kauf im Umland in Betracht.

Unter 350 000 Euro geht nichts

Aber auch hier hat das eigene Häuschen seinen Preis. "Unter 350 000 Euro kommt man mit einem Neubau in Höchstadt nicht hin", sagt Zintl. Für ein einfaches Haus mit 120 Quadratmetern müsse man um die 250 000 Euro rechnen. Immerhin: Dann hat man, anders als in einer Eigentumswohnung, einen eigenen Garten. Denn der Traum sind ja nicht nur die eigenen vier Wände, sondern auch das Grün drum herum.