Trotz der Minusgrade ist Hans-Peter Philipp jeden Tag im Freibad. Doch nicht etwa, weil er verrückt ist - vielmehr begleitet er als Betriebsleiter des Sportzentrums der Stadt Höchstadt die Sanierungsarbeiten am großen Becken. Im vergangenen September ging es los, inzwischen steht bereits die neue Edelstahl-Verkleidung.

Auch die Technik des Bades wurde von Grund auf erneuert, darunter die Leitungen sowie die Wasseraufbereitsungsanlage. Dort werden Verschmutzungen herausgefiltert und Chlor hinzugefügt, bevor das Wasser zurück in das Becken fließt.

"Die bisherige Technik war rund 35 Jahre alt - da war es an der Zeit, das Ganze mal zu sanieren", sagt Philipp. Das lohne sich gerade deshalb, weil, gemessen an der Einwohnerzahl, das Höchstadter Wellenfreibad sehr gut angenommen wird. "Wir verkaufen immer zwischen 400 und 600 Saisonkarten. An guten Tagen haben wir bis zu 3000 Besucher", sagt Philipp.

Beim Bau gab es bislang kleinere Verzögerungen, "denn man kann nicht immer alles hundertprozentig vorhersagen". Trotzdem sei noch alles im Rahmen. Auch bei den Kosten liege man voll im Plan.

Barrierefreiheit geplant

Eine wichtige Neuerung ist die Barrierefreiheit, wie Philipp erklärt. Künftig wird es für Rollstuhlfahrer einen Weg geben, über den sie das große Becken bequem erreichen können. "Vorher gab es nur die Treppe", sagt Philipp, "und ein Höhenunterschied von rund sieben Metern ist für einen Rollstuhlfahrer einfach nicht zu schaffen".

Auch der Zugang zum Becken wurde für Behinderte ebenso wie für ältere Menschen vereinfacht. Über eine sogenannte Gewöhnungstreppe kommt man Schritt für Schritt ins Wasser - und ebenso einfach wieder heraus. "Gerade für ältere Menschen mit Knieproblemen waren die Standard-Ausstiege am Beckenrand kaum zu bewältigen."

Außerdem sorgt künftig ein Lift dafür, dass auch Rollstuhlfahrer problemlos ins Wasser kommen. Hilfestellung bietet dabei der Bademeister. Die Barrierefreiheit war indes keine Auflage. Vielmehr wollte man, so Philipp, auch die Belange älterer Menschen und Behinderter bei der Sanierung berücksichtigen.

Weiterer Pluspunkt

Ein weiterer Pluspunkt für die Barrierefreiheit ist, dass der Beckerand rund 40 bis 50 Zentimeter über der Laufebene liegt. "Man kann sich dort also hinsetzen und die Beine bequem ins Wasser drehen", sagt Philipp.
Trotzdem: so richtig barrierefrei ist das Bad noch nicht. Die Sanitärräume sind beispielsweise noch nicht dafür ausgelegt. "Es ist aber schon ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", sagt Philipp.

Die Erdarbeiten sind von der Witterung abhängig. "Allerdings war das Wetter in den vergangenen Wochen und Monaten auf unserer Seite. Nur vor kurzem standen wegen der Kälte die Arbeiten für eine Woche still."
Das Problem am alten Becken war, dass die Fliesen, vor allem nach dem Winter, häufig abgeplatzt sind und ausgebessert oder repariert werden mussten. Künftig soll das nicht mehr der Fall sein, denn "beim Edelstahl geht ja nichts kaputt". Außerdem hat das neue Material laut Philipp noch weitere Vorteile: Es sammeln sich zum Beispiel nicht mehr so viele Algen und Schimmelpilze in den Fugen an, da es beim neuen Edelstahl-Becken keine Fugen mehr gibt. Das hat zur Folge, dass weniger Aufbereitungs-Mittel eingesetzt werden muss. Außerdem heizt die Sonne das Edelstahl schnell auf und dementsprechend ist auch das Wasser wärmer.

Gibt es auch Nachteile? "Manche sagen, dass das Wasser nicht mehr so schön blau ist", meint Philipp. Er selbst teile diese Einschätzung nicht - es sei wohl Geschmacksache. Noch wirken der Matsch rund um das Becken sowie kleinere Schneehaufen und Eisplatten wenig einladend. Trotzdem ist Hans-Peter Philipp weiterhin jeden Tag im Freibad.