"Gemeinsam zurück ins Leben" prangte auf den T-Shirts der zahlreichen Helfer der Tobi-Benefiztage. Bereits zum zweiten Mal organisierte der Röttenbacher Malerbetrieb Dausch in Zusammenarbeit mit dem Adelsdorfer FCN-Fanclub Rot-Schwarz Frankenstolz ein solches Event. Ziel war auch dieses Mal, Geld für die Rehabilitation des 21-jährigen Tobi einzunehmen. Bei einem schweren Autounfall im Juli 2010 erlitt der damals 18-Jährige ein Schädel-Hirn-Trauma und lag anschließend wochenlang im Wachkoma. Seither kämpft sich der Adelsdorfer zurück ins Leben - und erhält auf seinem Weg reichlich Unterstützung.

Von Mittwoch bis Samstag waren täglich rund 60 freiwillige Helfer im Einsatz, um die Benefiztage, deren Erstauflage im Jahr 2011 stattfand, einmal mehr zu einem vollen Erfolg zu machen. Vier Musikabende und ein abwechslungsreiches Programm am Feiertag sollten schließlich gestemmt werden. Tobi selbst ist von einem solchen Rückhalt überwältigt. "Ich hätte nie damit gerechnet", sagt er.

Marek Mintal signiert eine Stunde lang geduldig Autogramme

Sein persönliches Highlight stand am Donnerstagnachmittag an. Marek Mintal, ehemaliger Mittelfeldspieler des 1. FC Nürnberg, Torschützenkönig und aktueller Co-Trainer des mittelfränkischen Traditionsvereins, stattete der Veranstaltung einen Besuch ab. Eine Stunde lang signierte der DFB-Pokalsieger geduldig Fanartikel und ließ sich mit seinen Anhängern ablichten. Der zehnjährige Ben aus Weisendorf freute sich über ein weiteres Autogramm auf seinem roten Fan-Schal. "Das ist schon was anderes als im Stadion", verkündete der junge Fußballfan. Tobi selbst wich seinem Idol Marek Mintal die ganze Zeit über nicht von der Seite.

Und auch wenn sich die beiden privat bis dato noch nicht kennengelernt hatten, verstanden sie sich auf Anhieb prächtig. Schließlich war Mintal mit der Geschichte des eingefleischten "Glubberers" schon seit längerem vertraut. "Im Stadion war Tobi in den letzten Jahren immer in Form von Plakaten mit Genesungswünschen und einer großen Fahne mit seinem Konterfei präsent. Und auch auf unserer Homepage wurde über ihn und die Aktionen seines Fanclubs berichtet", weiß der Slowake. Lange ließ sich Mintal deshalb auch nicht bitten, als es um seine Mithilfe ging. "Ich finde, das hier ist eine fantastische Sache - auch, wenn es schwer ist zu sehen, wie hart das Leben manche Menschen trifft", so Mintal nachdenklich.

Auch aus seiner Sicht befindet sich Tobi auf einem guten Weg. Schließlich könne er die Spiele seines Clubs inzwischen wieder hautnah im Stadion mitverfolgen. Einen Herzenswunsch hat Tobi aber noch: "Ich will endlich wieder in der Nordkurve stehen". Dafür muss der junge Mann aber zunächst wieder stehen und laufen lernen. Die Chancen hierfür stünden 50 zu 50, wie seine Mutter berichtet. Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, wird Tobi im Januar wieder zur Reha in die Slowakei reisen. Vier solcher Therapien hat er bereits hinter sich. Die geistigen und körperlichen Fortschritte sind nicht zu übersehen. "In Deutschland erhält man im Schnitt höchstens zwei Stunden Therapie pro Tag. In der Slowakei sind es bis zu sechs", berichtet Tobis älterer Bruder Marco. Finanziert würde diese Förderung ausschließlich aus privaten Mitteln.

Das Programm der Benefiztage wollte sich Tobi auf keinen Fall entgehen lassen. "Ich möchte unbedingt bei allem dabei sein. Schließlich war ich schon früher immer hier", lacht Tobi, der auch sprachlich große Fortschritte macht. Die Veranstaltung fand nämlich auf dem Gelände seines Ausbildungsbetriebes statt. Vor seinem folgenschweren Unfall hatte Tobi eine Lehre bei der Firma Dausch absolviert und seine Gesellenprüfung bereits erfolgreich hinter sich gebracht.

Freisprechung nachgeholt

Die offizielle Freisprechung mit feierlicher Übergabe des Gesellenbriefs holte man nun im Rahmen der Benefiztage nach. Das Musikangebot am Abend fand zudem stets breiten Zuspruch. Schon am ersten Abend fanden mehr als 500 Besucher ihren Weg in das große Festzelt im Röttenbacher Industriegebiet. Die "Nachtschwärmer" boten schließlich etwas für jeden Geschmack.
Und auch mit der Blues Brothers Revival Band hatten die Initiatoren am Donnerstagabend den Nerv des Publikums getroffen. Ganz klassisch im dunklen Anzug und mit Sonnenbrille präsentierten die beiden Frontmänner unter anderem bekannte Titel wie "Gimme Some Lovin" oder "Everybody Needs Somebody to Love".
Temperamentvolle Tänzerinnen und Sängerinnen rundeten die mitreißende Bühnenshow ab. Coverrock gab es dann am Freitag von "Miss Taken", am Samstagabend folgte die Metal-Band "Justice". Und auch wenn im Festzelt an allen Tagen durchaus noch mehr Besucher Platz gefunden hätten, zeigten sich die Organisatoren insgesamt zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. Der Erlös soll nun ausnahmslos in Tobis nächsten Reha-Aufenthalt investiert werden.