Thomas Bauer, genannt "Hutch", ist schon immer ein Rock'n'Roller, wie er selber von sich sagt. Der 50-jährige Bassist hat sich den etwas härteren Klängen verschrieben, und er lebt das auch. Lange schwarze Mähne und entsprechende Klamotten gehören zum unerlässlichen Outfit des Hardrockers, der seit seinem 15. Lebensjahr Musik macht.

Genau so lang wie Hutch steht die Band "Madmax" schon auf der Bühne, die exakt die Kragenweite des Herzogenaurachers ist. Mit melodischem Hardrock sind die Münsteraner international unterwegs und rocken auch schon mal im Vorprogramm die ganz großen Bühnen. Seit 2015 ist Hutch einer dieser verrückten Mäxe, und jetzt hat das Quartett seine neue CD veröffentlicht. Name: "35" - nach dem Alter der Band.


30 000 Fans in Schweden

Im Herbst geht's auf Tournee, berichtet Bauer. Das stehe schon fest, nur ist noch unklar, mit wem. Doro wäre seine Wunschkandidatin, oder Saxon. Hutch kennt sich aus mit solchen Tourneen, stand er doch schon mehrfach im Vorprogramm der Stars des Hardrock-Geschäfts. Mit "Evidence One" trat er zum Beispiel beim "Earthshaker" mit Doro auf, Saxon begleitete seine damalige Band auf der Europatournee 2003.

Sein persönliches Bühnen-Highlight kam 2016. Da reiste seine neue Band "Mad Max" nach Sölvesborg in Schweden zum "Sweden Rock Festival". Diese Party ist so groß wie Wacken, und in Insiderkreisen wird das Event zu den den bedeutendsten Rockfestivals der Welt gezählt. 30 000 Metalfans waren dort, lauter Leute wie der Hutch selber, sagt er, und das aus jeder Altersklasse. Ein geiles Spektakel, wie er findet. Als Topacts standen Motley Crüe und Judas Priest auf der Bühne.

Hutch erinnert sich auch gern an Alice Cooper, der sich bei allen Mitmusizierenden nach einer Tour 2005 persönlich verabschiedete. Und auch Pete Way, der Basser von UFO, bleibt ihm in Erinnerung. War der damals doch sein musikalisches Vorbild. Die Wege zum Kennenlernen waren kurz: "Die hatten ihre Garderobe gleich neben unserer", erinnert sich Hutch.


Elf Songs

Das aber sind vergangene Zeiten. Jetzt konzentriert er sich auf seine aktuelle Band und freut sich darauf, die neue CD vorzustellen. Elf Songs sind drauf, allesamt aus dem Genre Melodic-Rock oder Melodic-Metal. Es ist die zweite CD, seit Hutch dabei ist. 2015 hat man ein Doppelalbum als "Best of" veröffentlicht, Titel: "Thunder, Storm & Passion". Im neuen Silberling "35" ist der erste Song sogar nach dem Neuen benannt: "The Hutch" heißt das instrumentale Intro. Die CD kommt am 10. August auf den Markt.


Man kennt sich

Wie aber kommt ein Franke zu einer Band, deren Musiker allesamt aus dem Raum Münster stammen? Ganz einfach: "Der Michael hat mich angerufen", sagt der Herzogenauracher und meint den Sänger, Gitarristen und Produzenten Michael Voss. "Man kennt sich ja", und da der Bassist von Mad Max ausgestiegen war, war der Hutch eine gute Option für den Posten. Er freute sich natürlich, von einem renommierten Musiker angerufen zu werden. Voss arbeitet mit den Großen der Szene zusammen, seine letzte Produktion war für den Ex-Scorpions-Gitarristen Michael Schenker.

Voss kennt auch Vinzenz Kiefer, einen Schauspieler aus Berlin, der unter anderem im "Tatort", im Kinofilm "Baader Meinhof Komplex" oder bei "Alarm für Cobra 11" spielte. Der 39-Jährige wurde für den aktuellen Videoclip gewonnen. In dem Filmchen zum Song "Beat of the Heart" spielt er die Hauptrolle in verschiedenen Sequenzen, ist also quasi der Held der knapp vierminütigen Story. Und die mutet eher ungewöhnlich für eine Hardrockband an, denn darin spielen eine Bettlerin, ein Liebespaar und eine traurige Frau eine Rolle. Kiefer hilft ihnen allen. "Wir wollten kein typisches Metal-Video machen", sagt Hutch Bauer.


Mitglied bei der MIH

Und wie ist das mit dem gemeinsamen Proben? Auch das ist in der heutigen Zeit kein Problem. Voss schickt die Songs, Hutch übt sie zu Hause ein und wenn es dann einer Show oder Tournee entgegen geht, wird gemeinsam geprobt. "Drei Tage am Stück sind dann normal", sagt der Bassist. Mal trifft man sich in Münster, mal im Frankenland. Auch die Music Base der Musikinitiative Herzogenaurach (MIH) will er mal anfragen. Bauer ist schließlich einer der frühen Mitglieder der MIH und hat in Herzogenauracher Bands einst auch angefangen.


Vier Werwölfe

Das war bei "Werewolf". Der kleine Bauer war damals gerade 15, tauschte seine Wandergitarre gegen seinen ersten E-Bass ein, und nutzte eine Lücke, die bei der Band entstand. Denn sein Musikfreund Klaus "Lommi" Lohmaier machte damals Platz und für Hutch war das der Beginn des Abenteuers. Der heute 50-Jährige weiß noch ganz genau, wer damals mit dabei war: Karlheinz Bischof (Schlagzeug), Christian Augst (Gitarre) und Erich Gertscher (Gitarre). Geprobt haben die vier Werwölfe damals in der alten Blendinger Schuhfabrik.

Und wie war das mit Mad Max? Etwa zur gleichen Zeit kamen die Verrückten aus Münster in die Gänge. Auf Wikipedia steht über die Band geschrieben: "Anfangs spielte man die Hits der Rolling Stones und von Deep Purple , AC/DC und Status Quo nach, ehe man zu eigenen Kompositionen überging, um den anderen Coverbands in Münster etwas voraus zu haben."

Auf Deep Purple stand Hutch anfangs freilich auch, wie so viele Nachwuchsrocker aus der damaligen Zeit. Viel verändert hat sich bei ihm in all den Jahrzehnten nicht. White Snake und Thin Lizzy, Judas Priest oder Saxon fallen ihm da als erstes ein. Britische Bands aus der Anfangszeit des Hardrock eben. Und das hört man seiner Musik heute noch an.

CD Die neue Veröffentlichung (siehe Foto) nennt sich "35". Erschienen ist sie in dem Label Steamhammer. Das Album kommt am 10. August auf den Markt.

Video "Beat of the Heart"

Links www.facebook.com/MADMAXBand
https://youtu.be/7mP7LIFhBKs